Mittelmeer-Reihe: Der Streifendelfin zum Internationalen Tag der Meere

Am 8. Juni wird weltweit der Internationale Tag der Meere (World Oceans Day) gefeiert! Dieser Aktionstag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die enorme Bedeutung der Meere aufmerksam zu machen und gleichzeitig für ihren Schutz zu werben. Die Ozeane prägen das Leben auf der Erde wie kaum ein anderer Lebensraum. Sie regulieren das Klima, produzieren einen Großteil des Sauerstoffs, den wir atmen und bieten Millionen von Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Dennoch gehören sie zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen unseres Planeten.

Die Entstehung des Internationalen Tags der Meere

Die Idee für einen weltweiten Tag der Meere entstand bereits 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Dort wurde erstmals vorgeschlagen, einen Aktionstag zu schaffen, der die Bedeutung der Ozeane in den Mittelpunkt rückt.

Nach mehreren Jahren internationaler Zusammenarbeit und Kampagnen wurde der World Oceans Day 2008 offiziell von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt. Seit 2009 wird er jedes Jahr am 8. Juni begangen. An diesem Tag finden weltweit Veranstaltungen, Informationskampagnen, Strandreinigungen, Ausstellungen und Bildungsprojekte statt, die Menschen für den Schutz der Meere sensibilisieren sollen.

Warum sind die Meere so wichtig?

Die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und enthalten rund 97 Prozent des gesamten Wassers der Erde. Damit bilden sie das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten.

Ihre Bedeutung geht jedoch weit über ihre Größe hinaus. Die Meere produzieren durch winzige Algen und Phytoplankton einen Großteil des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre. Gleichzeitig speichern sie große Mengen an Kohlendioxid und tragen so zur Regulierung des globalen Klimas bei.

Darüber hinaus sind die Ozeane eine wichtige Nahrungsquelle für Milliarden Menschen. Sie liefern Fisch und andere Meeresprodukte, dienen als bedeutende Handelsrouten und bieten Erholungsräume für Menschen auf der ganzen Welt. Außerdem beherbergen sie schätzungsweise rund 80 Prozent der weltweiten Artenvielfalt.

Bedrohungen für die Weltmeere

Trotz ihrer enormen Bedeutung stehen die Ozeane heute vor zahlreichen Herausforderungen. Plastikmüll gelangt in großen Mengen ins Meer und gefährdet viele Tierarten. Meeresschildkröten, Seevögel und Meeressäuger verwechseln Plastik häufig mit Nahrung oder verfangen sich darin.

Auch die Überfischung stellt ein großes Problem dar. Viele Fischbestände werden stärker genutzt, als sie sich natürlich erneuern können. Zusätzlich beeinflusst der Klimawandel die Meeresökosysteme durch steigende Wassertemperaturen, Versauerung der Ozeane und Veränderungen von Meeresströmungen.

Schadstoffe aus Industrie, Landwirtschaft und Städten gelangen ebenfalls ins Meer und können ganze Nahrungsketten beeinflussen. Umso wichtiger ist es, Schutzgebiete einzurichten und nachhaltige Nutzungsformen zu fördern.

© Unsplash / Rudney Uezu

Mittelmeer-Reihe: Der Streifendelfin

Passend zu meiner Mittelmeer-Reihe möchte ich heute eine der faszinierendsten Delfinarten des Mittelmeers vorstellen: den Streifendelfin (Stenella coeruleoalba).

Der Streifendelfin gehört zu den häufigsten Delfinarten im Mittelmeer und ist leicht an seinem auffälligen Muster zu erkennen. Dunkle, schmale Streifen verlaufen von den Augen entlang der Körperseiten bis zum hinteren Körperbereich und verleihen ihm sein charakteristisches Aussehen. Zusammen mit seinem schlanken Körper und den blau-grauen Farbtönen zählt er zu den elegantesten Meeressäugern überhaupt.

Streifendelfine leben vor allem in tiefen Gewässern fern der Küste. Im Mittelmeer können sie jedoch auch näher an Land beobachtet werden, wenn dort steile Unterwasserhänge oder tiefe Gewässer vorkommen. Sie bewegen sich meist in Gruppen von 25 bis 100 Tieren, gelegentlich schließen sich sogar mehrere Hundert Individuen zu großen Verbänden zusammen.

Meister der Sprünge und Tiefseetaucher

Besonders bekannt sind Streifendelfine für ihr spektakuläres Verhalten an der Wasseroberfläche. Sie springen regelmäßig mehrere Meter hoch aus dem Wasser und führen dabei elegante Drehungen aus. Forschende haben sogar ein außergewöhnliches Verhalten beobachtet, das als „Roto-Tailing“ bezeichnet wird. Dabei springt der Delfin aus dem Wasser und rotiert seinen Schwanz während des Fluges.

Doch nicht nur an der Oberfläche sind diese Tiere beeindruckend. Auf der Suche nach Nahrung tauchen sie mehrere Hundert Meter tief. Im Mittelmeer ernähren sie sich vor allem von Kalmaren und anderen Kopffüßern. In anderen Regionen gehören auch Fische wie Laternenfische zu ihrer bevorzugten Beute.

Ein weiterer erstaunlicher Fakt: Streifendelfine können ein Alter von bis zu 58 Jahren erreichen und gehören damit zu den langlebigeren Delfinarten!

Lebensweise und Sozialverhalten

Streifendelfine sind äußerst soziale Tiere und verbringen ihr Leben fast ausschließlich in Gruppen. Meist bestehen diese aus 25 bis 100 Individuen, doch gelegentlich werden auch Ansammlungen von mehreren Hundert oder sogar über tausend Tieren beobachtet. Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine komplexe soziale Struktur. Forschende vermuten, dass sich die Tiere nach Alter, Geschlecht und Fortpflanzungsstatus organisieren. Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe hilft ihnen bei der Nahrungssuche, beim Schutz vor Feinden und bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Weibliche Streifendelfine bringen nach einer Tragzeit von etwa zwölf bis dreizehn Monaten ein einzelnes Kalb zur Welt. Die Jungtiere werden über ein Jahr lang gesäugt und bleiben auch danach noch eng mit ihrer Mutter verbunden. Da Delfine sehr intelligent sind, lernen die Kälber viele wichtige Verhaltensweisen durch Beobachtung und Nachahmung ihrer Artgenossen.

Perfekt an das Leben im offenen Meer angepasst

Im Gegensatz zu vielen anderen Delfinarten verbringen Streifendelfine den Großteil ihres Lebens weit entfernt von der Küste im offenen Ozean. Dort sind sie hervorragend an die Bedingungen der Tiefsee angepasst. Auf der Suche nach Nahrung können sie Tiefen von mehreren Hundert Metern erreichen. Einige Beobachtungen zeigen sogar Tauchgänge von über 700 Metern.

Ihre bevorzugte Beute besteht aus Fischen, Tintenfischen und anderen Kopffüßern. Im Mittelmeer stehen besonders Kalmare auf dem Speiseplan. Um ihre Beute auch in dunklen Tiefen aufzuspüren, nutzen die Delfine Echoortung. Dabei senden sie hochfrequente Klicklaute aus und orientieren sich anhand der zurückkehrenden Schallwellen. Dieses natürliche Sonarsystem ermöglicht ihnen eine präzise Navigation selbst in völliger Dunkelheit.

Spannende Fakten über den Streifendelfin

  • Der wissenschaftliche Name Stenella coeruleoalba bedeutet übersetzt etwa „blau-weißer Delfin“.
  • Streifendelfine können bis zu 58 Jahre alt werden.
  • Sie erreichen Körperlängen von bis zu 2,7 Metern und ein Gewicht von rund 160 Kilogramm.
  • Mit ihren spektakulären Sprüngen können sie mehrere Meter hoch aus dem Wasser schießen.
  • In manchen Regionen werden sie aufgrund ihrer Geschwindigkeit und ihrer sprunghaften Fortbewegung als „Streakers“ bezeichnet.
  • Sie gehören zu den häufigsten Delfinarten im Mittelmeer und werden besonders häufig in den tieferen Gewässern rund um die griechischen Inseln beobachtet.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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