Heute stelle ich euch ein richtig cooles Tier vor. Und vielleicht geht es dir wie mir: Bis vor ein paar Wochen wusste ich gar nicht, dass es dieses Tier überhaupt gibt. Oder hast du schon einmal von einem Tier namens Tuatara gehört?
Tua… was?
Tuatara ist der polynesische Name einer Echse, die in Teilen Neuseelands lebt. Sie ist grau bis olivefarben und kann durch Kontraktion und Ausdehnung der Haut ihre Farbe ändern. Erwachsene Tiere erreichen eine Größe von etwa 65-75 Zentimetern (davon entfällt etwa die Hälfte auf den Schwanz) und werden bis zu 1000 – 1200 Gramm schwer. Der Kopf ist verhältnismäßig groß, auch die Augen.
Im Unterkiefer hat die Echse eine Zahnreihe, im Oberkiefer zwei Reihen mit Zähnen. Da diese im Laufe des Lebens ausfallen können und nicht ersetzt werden, haben alte Tiere oft keine Zähne mehr.
Tuataras haben einen auffälligen Kamm aus weichen Stacheln auf dem Rücken und Schwanz, der bei Männchen stärker, bei Weibchen schwächer ausgeprägt ist. Der polynesische Name Tuatara bedeutet auf Deutsch übrigens „Stachelrücken“, der offizielle deutsche Name lautet aber „Brückenechse“.
Bis zur Besiedelung Neuseelands durch die Europäer war die Echse noch weiter verbreitet. Heute leben Tuataras nur noch auf einigen Inseln und in einem Reservat bei Wellington, gilt aber in ihrem Bestand als nicht gefährdet.

Eine faszinierende Urzeitechse
Was macht die Brückenechse aber so besonders? Betrachtet man alleine das Äußere, mag sie für eine Echse nicht sehr ungewöhnlich erscheinen. Schaut man aber das Skelett an, sieht man deutliche Unterschiede: Ihr Bauplan entspricht kaum dem heutiger Echsen, sondern vielmehr dem von Arten, die vor 170 Millionen Jahren während der Jura-Periode gelebt haben! Wissenschaftler:innen gehen daher davon aus, dass Tuatara die langsamste Evolutionsrate aller Wirbeltiere an Land hat. Das heißt, dass sie sich über viele Millionen Jahre kaum verändert hat – wahrhaftig ein „lebendes Fossil“!
Brückenechsen sind mit keinen heute lebenden Echsen verwandt, sondern gehören zur Reptilienordnung der Schnabelköpfe – bis auf die Tuataras ist diese Ordnung jedoch ausgestorben. Zur Zeit der Dinosaurier waren Tiere dieser Ordnung jedoch weit verbreitet.
Übrigens wachsen Tuatara auch sehr langsam. Männchen wachsen, bis sie 50 Jahre alt sind, Weibchen bis zum Alter von 20 Jahren. Brückenechsen können bis zu 100 Jahre alt werden. Weibchen sind etwa alle 3-4 Jahre zur Paarung bereit.
Tuataras haben, wie einige andere altertümliche Wirbeltiere, eine weitere Besonderheit: Sie haben ein drittes Auge ohne Linse. Das sitzt auf dem Schädel und dient tatsächlich dazu, Licht und Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen. Auch spielt das dritte Auge eine Rolle bei der Temperaturregulation.

Lebensweise
Tuataras leben an Land und sind nachtaktiv. Sie leben in Erdhöhlen, die sie sich manchmal mit Sturmvögeln teilen. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern, Käfern, Heuschrecken, manchmal auch von kleinen Wirbeltieren wie Geckos oder Vögeln.
Bei der Nahrungssuche sind Tuataras im Prinzip recht faul: Oft warten sie ab, bis ein Beutetier in ihre Nähe kommt, um dann danach zu schnappen. Aktiv jagen sie nur selten.
Im Winter kommen sie bis zu 6 Monate ohne Nahrung aus. In dieser Zeit reduzieren sie ihre Atemfrequenz auf einen Atemzug pro Stunde.
Kulturelle Bedeutung
Bei manchen Maori-Stämmen gilt die Tuatara als Hüterin des Wissens, als Symbol für Weisheit oder Widerstandsfähigkeit und hat eine wesentliche kulturelle Bedeutung. In den Stämmen gibt es viele Geschichten über diese Reptilienart. Oft werden Tuatara als Wächter und Beschützer dargestellt.
Quellen
Greeenpeace Deutschland. „Tuatara – Neuseelands faszinierende Urzeitechse“, unter https://greenwire.greenpeace.de/inhalt/tuatara-neuseelands-faszinierende-urzeitechse (aufgerufen am 8.7.2026)
Geo: „Diese Tiere sind die ältesten ihrer Art“, unter https://www.geo.de/natur/tierwelt/brueckenechse–tuatara—ueber-100-jahre_30124062-30166412.html (aufgerufen am 8.7.2026)
Peter Dollingers Zootierlexikon: „“Brückenechsen Tuatara“, unter https://www.zootier-lexikon.org/kriechtiere-reptilia/brueckenechsen/tuatara-sphenodon (aufgerufen am 8.7.2026)
John Brooks: „Die faszinierende Tuatara: Eine einzigartige Reptilienart“, unter https://wildexplained.com/de/Tier-Enzyklop%C3%A4die/Die-faszinierende-Tuatara%2C-eine-einzigartige-Reptilienart/ (aufgerufen am 8.7.2026)
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