Die Zeitungen vermelden im Moment wenig Gutes: Emissionen in Baden-Württemberg gestiegen. EU prüft Aufweichung der Klimaziele. Hitzewelle führte zu Tausenden Toten. Unwetter bringen Ernteverluste.
Angesichts solcher Meldungen könnte man verzweifeln und vielleicht denken: Es bringt eh alles nichts.
Aber das stimmt nicht – es gibt sie, die guten Nachrichten. Die Orte, an denen Klimaschutz vorangeht, an denen Artenschutz gelingt. Menschen, die aktiv sind und die Welt verändern.
In dieser Story stelle ich euch einige davon vor.

E-Autos verhindern Todesfälle in China
Die Folgen der Klimakrise können töten. Und Klimaschutz kann Leben retten. Das hat einmal mehr eine aktuelle Studie belegt.
In China gibt es derzeit einen regelrechten Boom an E-Autos. Seit 2009 werden New Energy Vehicles und die entsprechende Infrastruktur gefördert. Inzwischen ist das Land der weltgrößte Markt für Elektrofahrzeuge. In einigen Großstädten liegt der Anteil an Elektroantrieben bei Taxis und Bussen bereits bei über 80%.
Und das ist nicht nur gut für die Verkehrswende, sondern auch für die Gesundheit der Bevölkerung.
In einer Studie der Hong Kong Baptist University wurden 150 Städte untersucht. Dabei kam heraus, dass die Luftqualität zwischen 2017 und 2023 messbar gestiegen ist. Die Feinstaubkonzentration ging um durchschnittlich 24% zurück. Das hat rund 262.000 vorzeitige Todesfälle verhindert.
Gleichzeitig sank der CO2-Ausstoß um rund 34%, was weitere rund 75.500 Todesfälle verhinderte.
Allerdings konzentrieren sich die Gesundheitsvorteile stark auf wirtschaftsstarke Gegenden, weil dort der Anteil an neuen Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und politischen Regeln weiter entwickelt ist.

UN-Votum verpflichtet Staaten zu mehr Klimaschutz
Staaten sind verpflichtet, die Umwelt vor Treibhausgasemissionen zu schützen, diese Ziele zu vernachlässigen, ist rechtswidrig – das hat der Internationale Gerichtshof in einem Gutachten 2025 bekräftigt, nachdem junge Menschen aus Vanuatu Klage eingereicht hatten.
Im Mai 2026 hat die UN-Generalversammlung daraufhin eine Resolution verabschiedet, die das Gutachten des IGH auch politisch verankert. Die Resolution umfasst klare Pflichten: Staaten sollen alles unternehmen, um Klimaschäden zu vermeiden. Sie sollen ihre Zusagen aus dem Pariser Abkommen einhalten und dafür sorgen, dass ihre nationale Klimapolitik die Grundrechte auf Leben, Gesundheit und einen angemessenen Lebensstandard schützt.
141 Länder stimmten für diesen Beschluss, 8 Länder dagegen (USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran, Israel, Jemen, Liberia, Belarus), 28 enthielten sich (u.a. die Türkei, Indien und einige Ölstaaten).
UN-Generalsekretär António Guterres sieht die Resolution positiv: „Dies ist eine eindrucksvolle Bestätigung des Völkerrechts, der Klimagerechtigkeit, der Wissenschaft und der Verantwortung der Staaten, die Menschen vor der sich verschärfenden Klimakrise zu schützen.“
Zwar sind weder das IGH-Gutachten noch die UN- Resolution rechtlich bindend – doch sie haben eine deutliche moralische Signalwirkung und stärken ärmere Länder, die künftig Klagen gegen unzureichenden Klimaschutz und Schadensersatz anstreben.

Mangrovenwälder erholen sich
Die Mangrovenwälder wachsen wieder: Das hat eine Studie der Tulane University durch Satellitendaten nachgewiesen.
Seit 2010 nehmen die weltweiten Mangrovenwälder wieder zu. Zwar haben die Wälder zwischen den 1980er Jahren und 2010 an Fläche verloren, dieser Verlust wurde seit 2010 jedoch fast vollständig ausgeglichen.
Und nicht nur die Fläche hat zugenommen: Die bestehenden Wälder wurden auch dichter.
Mangroven erholen sich von selbst, wenn man die Natur lässt. Gezielte Schutzmaßnahmen können diesen Prozess jedoch unterstützen. Besonders wichtig ist es, die Entwaldung zur Küstenentwicklung und für die Landwirtschaft zu stoppen.
Gerade in Küstenregionen sind Mangroven wichtig: Sie brechen Wellen und verringern das Risiko für Überschwemmungen und Erosion. Gleichzeitig sind sie ein sehr artenreicher Lebensraum und speichern im Verhältnis zu ihrer Fläche sehr viel CO2.

Weltrekord: Hocheffizientes Solarmodul entwickelt
Eine Technik, die eigentlich für die Raumfahrt entwickelt wurde, macht es möglich: Freiburger Forscher:innen haben ein Solarmodul entwickelt, das mehr Sonnenlicht in Strom umwandelt als jemals zuvor.
Am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme haben Forscher:innen zwei neuartige Solarmodule entwickelt.
Ein Modul aus Germanium wandelt 34,2% des einfallenden Sonnenlichts in Energie um. Das ist mehr, als je zuvor bei einem Solarmodul gemessen wurde. Allerdings ist Germanium sehr teuer und selten.
Das zweite entwickelte Modul ist deswegen besser für die breite Masse geeignet: Es besteht aus Silizium, das bereits in vielen Anlagen verwendet wird. Es erreicht eine Umwandlung von 31,3%.
Zum Vergleich: Heutige Solarmodule erreichen eine Umwandlung von 20-24% des Sonnenlichts in Strom.
Die höhere Effizienz in der Freiburger Entwicklung gelang, indem mehrere Materialien in Schichten übereinander gelegt wurden. Die verschiedenen Materialien fangen jeweils verschiedene Bereiche des Sonnenlichts ein und machen so ein breiteres Spektrum nutzbar.
Für die Energiewende hat das Vorteile: Je höher der Wirkungsgrad von Solarmodulen, desto weniger Fläche braucht man, um dieselbe Strommenge zu erzeugen.

Wildpferde kehren in ihre Heimat zurück
Lange galten Przewalski-Pferde in freier Natur als ausgestorben. Durch gezielte Auswilderung und Zuchtprogramme in Zoos leben sie heute wieder in der kasachischen Steppe.
Sie haben nur überlebt, weil sie in Zoos gezüchtet wurden: Przewalski-Pferde gelten als die letzten echten Wildpferde. Nun kehren sie nach und nach wieder in ihre ursprüngliche Heimat und in die Freiheit zurück.
Im Mai 2026 wurden fünf Pferde in die Altyn-Dala-Steppe in Zentral-Kasachstan entlassen. Damit bilden die Tiere die zweite Gruppe, 2025 wurde bereits eine Herde ausgewildert.
Dass die Auswilderung möglich war, erforderte einen langen Vorlauf: In der Sowjetzeit wurden große Teile der kasachischen Steppe für Weizenanbau genutzt und Ökosysteme zerstört. Doch die Regierung Kasachstans hat über 20 Jahre daran gearbeitet, das Ökosystem in vielen Bereichen wieder herzustellen. Inzwischen gibt es fünf Reservate, die etwa so groß sind wie das Bundesland Brandenburg sowie einen Wanderkorridor zwischen diesen Bereichen.
Die Rückkehr der Wildpferde wird sich auch positiv auf das Ökosystem auswirken: Bei ihren Wanderungen verbreiten sie Samen, sie scharren im Boden und schaffen dadurch Lebensraum für Kleinlebewesen.
Die Nachzucht in den Zoos wird noch eine Weile notwendig sein, denn für eine stabile Population braucht es mindestens 40 frei lebende Tiere.
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Quellen
Lena Rauschecker/ Utopia: „Studie: Chinas E-Auto-Boom verhinderte 262.000 Todesfälle“ vom 22.6.2026, unter https://utopia.de/news/studie-chinas-e-auto-boom-verhinderte-262-000-todesfaelle_943414/ (Aufruf am 19.7.2026)
Katharina Siegl/ Utopia: „Historisches UN-Votum stärkt Klimaschutz und verpflichtet Staaten“ vom 22.5.2026, unter https://utopia.de/news/historisches-un-votum-staerkt-klimaschutz-und-verpflichtet-staaten_935365/ (Aufruf am 19.7.2026)
Benjamin Hecht/ Utopia: „Mangrovenwälder erholen sich weltweit: Verluste fast vollständig aufgeholt“ vom 29.6.2026, unter https://utopia.de/news/mangrovenwaelder-erholen-sich-weltweit-verluste-fast-vollstaendig-aufgeholt_946672/ (Aufruf am 19.7.2026)
MartinTillich/ Utopia: „Weltrekord aus Deutschland: Forschungsinstitut entwickelt effizientestes Solarmodul der Welt“ vom 19.6.2026, unter https://utopia.de/news/weltrekord-aus-deutschland-forschungsinstitut-entwickelt-effizientestes-solarmodul-der-welt_941740/ (Aufruf am 19.7.2026)
Katharina Siegl/ Utopia: „Vom Aussterben gerettet: Diese Wildpferde kehren in ihre Heimat zurück“ vom 13.7.2026, unter https://utopia.de/news/vom-aussterben-gerettet-diese-wildpferde-kehren-nach-jahrzehnten-in-ihre-heimat-zurueck_948574/ (Aufruf am 19.7.2026)
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