Mit Good News durch den Spätsommer

Es liegen extreme Wochen mit Hitze und Dürre hinter uns. Eine Zeit, die uns gezeigt hat, was Klimakrise bedeutet und die uns vielleicht resignieren und zweifeln lässt.

Angesichts all der negativen Schlagzeilen sind gerade jetzt positive Nachrichten wichtig.
Wo gibt es Good News? Welche wegweisenden Entwicklungen gibt es bei der Verkehrs- und Energiewende? Was passiert im Artenschutz?

In dieser Story findest du einen bunten Blumenstrauß an Good News!

eine graues Elektro-Auto steht an einer gelben Ladesäule und ist mit dem Ladekabel verbunden
In Deutschland werden immer mehr Elektro-Autos verkauft. / © Felix Müller, pixabay.com

Verkehrswende: E-Autos boomen

Die Verkehrswende nimmt Fahrt auf. Der Versicherer HUK Coburg hat Daten von Versicherten veröffentlicht, die ihr Auto gewechselt haben. Demnach ist etwa jede 8. Person von einem Auto mit Verbrennermotor auf ein E-Auto umgestiegen. Das sind 12%.
Die Daten werden seit 2020 erhoben und der aktuelle Wert ist der höchste seit Beginn dieser Erhebung.

Auch gebrauchte Elektro-Autos werden immer beliebter. Der Markt an Gebrauchtwagen macht rund zwei Drittel der PKW-Zulassungen aus, doch bisher konnten sich E-Autos nur begrenzt durchsetzen. Inzwischen liegt die Umsteigequote hier bei 7,9%. Im Vergleich zum letzten Jahr sind das doppelt so viele.
Bei Neuwagen werden fast 25% mit elektrischem Antrieb gewählt – also eines von vier Autos.

Im Juli 20206 hat das Kraftfahrt-Bundesamt 78.600 reine Elektro-Autos zugelassen. Fast 62% mehr als im Juli 2025. Fast jedes Dritte neu zugelassene Auto fährt damit elektrisch.

Auch bei den Automobilherstellern gibt es Bewegung: Eine Studie des Fraunhofer ISI zeigt, dass über 60% bei der E-Mobilität bereits sehr weit sind.

Über 20% sind bereits vollständig auf E-Mobilität ausgerichtet, weitere 40% sind nach eigenen Aussagen in einem sehr fortgeschrittenen Stadium. Diese Vorreiter sprechen sich meist auch klar gegen eine Aufweichung des Verbrenner-Aus ab 2035 aus.
Lediglich Nachzügler von etwa 12% der deutschen Hersteller haben bisher keine Ausrichtung in Richtung Elektromobilität vorgenommen.

Einer Lockerung der CO2-Flottengrenzwerte stehen übrigens 60% der befragten Hersteller und Zulieferer kritisch gegenüber.

Dieses Ergebnis ist vielleicht überraschend, tönen aus der Politik doch eher Rufe nach einer Verschiebung des Verbrenner-Aus uns einer Aufweichung der Flottengrenzwerte.

Blick auf eine rotbraune Häuserreihe, im Vordergrund Schiffe auf Wasser
Amsterdam geht den nächsten Schritt beim Klimaschutz. / © Siggy Nowak, pixabay.com

Amsterdam verbietet Werbung für klimaschädliche Produkte

Die Stadt Amsterdam geht den nächsten Schritt in Richtung Klimaschutz: Seit Mai 2026 ist dort Werbung für besonders klimaschädliche Produkte wie Fleisch oder Flugreisen in Straßen, Plätzen und an Haltestellen verboten.
Hamburger, Dieselautos, SUVs, Kreuzfahrten, Flugreisen und Billigurlaub – das alles fällt unter das neue Verbot.

Nach eigenen Angaben ist Amsterdam damit die erste Hauptstadt der Welt, die Werbung für Fleisch im öffentlichen Raum verbietet.
Stattdessen ist an den Plakatwänden nun Werbung für Kulturangebote zu sehen.

Amsterdam möchte bis 2050 klimaneutral werden und dabei auch den Fleischkonsum der Bevölkerung halbieren.
Es wird vermutet, dass das Entfernen entsprechender Reize aus dem öffentlichen Raum langfristig die gesellschaftlichen Normen beeinflussen wird.

Ähnliche Ansätze gibt es auch in anderen Ländern. So ist in Frankreich z.B. Werbung für Erdöl, Erdgas und Kohle landesweit verboten.

mehrere Stapel mit bunten Tüchern/Textilien
Neue Textilien wegzuwerfen, ist in der EU nun verboten. / © Annette, pixabay.com

EU verbietet Textilmüll

Millionen Kleidungsstücke landen in der EU jedes Jahr im Müll – neue, unverkaufte T-Shirts, Hosen, Jacken und Schuhe. In Europa werden 4-9% der unverkauften Textilien zerstört, was rund 5,6 Millionen Tonnen CO2 entspricht.

Die EU hat es nun in vielen Fällen verboten, unverkaufte Kleidungsstücke zu vernichten.
Für große Mode-Unternehmen gilt das Verbot bereits seit Juli 2026, für mittlere Unternehmen wird es ab 2030 gelten.
Zudem müssen die Unternehmen Informationen über ihre nicht verkauften und entsorgten Waren offenlegen.

Ausgenommen von dem neuen Verbot sind gefährliche, verschmutzte oder beschädigte Waren sowie Produkte, die nicht wiederverwendet oder aufbereitet werden können. Auch Textilien, die mehreren sozialen Einrichtungen als Spende angeboten, aber abgelehnt wurden, dürfen weiterhin vernichtet werden.

Das Verbot soll dazu führen, dass Unternehmen ihre Waren effizienter verwalten, Rücksendungen besser handhaben und Alternativen wie Weiterverkauf, Wiederaufarbeitung, Spende und Wiederverwendung prüfen. Insgesamt sollen Abfälle reduziert und Umweltschäden verringert werden.

Allerdings löst das neue Verbot nicht das generelle Problem mit Fast Fashion, denn ein Großteil der Textilien wird direkt bei Anbietern außerhalb der EU bestellt, für die das Verbot nicht gilt.

zwei Nahsörner laufen durch eine grasbewachsene, dürre Landschaft
Die Wilderei von Nashörnern in Namibia ist auf einem Tiefstand. / © Matthew Stone, pixabay.com

Tiefstand bei Nashorn-Wilderei

2025 ging die Wilderei bei Nashörnern in Namibia um 53% zurück. Damit hat das Land 2025 so wenig Nashörner durch Wilderei verloren wie seit über 10 Jahren nicht mehr.

Mit 41 gewilderten Tieren ist das der niedrigste Wert seit 2014.

Die Hörner von Nashörnern sind auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt und teurer als Gold. Obwohl es medizinisch nicht wirksam ist, werden ihm insbesondere in Teilen Asiens Heilkräfte zugeschrieben.
Auch bei Elefanten und Schuppentieren ist die Wilderei in Namibia zurückgegangen.

Der Erfolg geht auf eine langjährige Zusammenarbeit von Behörden, lokalen Gemeinschaften, Naturschutzorganisationen und internationalen Partnern zurück.

Ein Luchs schaut zwischen Baumstämmen hervor
160 Luchse streifen wieder durch den Harz. / © Markus Wittmann, pixabay.com

Erfolgreiche Wiederansiedlung im Harz

Für Erfolge im Artenschutz müssen wir aber gar nicht so weit reisen: Auch im Harz gibt es gute Nachrichten. Hier wurde der Luchs, die größte Katzenart Europas, erfolgreich wieder angesiedelt.

Inzwischen streifen wieder 160 Tiere durch die Wälder. Rund 200 Jahre nach dem Aussterben der Tiere in Deutschland gilt das Wiederansiedlungsprojekt damit als voller Erfolg.
Mindestens 90 Luchse leben mittlerweile im Harz, weitere ca. 70 in Niedersachsen und Thüringen.

Das Projekt zur Wiederansiedlung startete 2000, bereits 2002 gab es den ersten Nachwuchs.

Allerdings muss die Population weiter wachsen, um langfristig überleben zu können. Um Inzucht zu vermeiden und um die Population weiter zu stärken, ist weiterhin ein aktives Eingreifen mit weiteren Auswilderungen notwendig.

Nächster Schritt wird sein, die Luchs-Gebiete im Harz mit denen in Baden-Württemberg und dem Bayrischen Wald zu vernetzen.

Noch mehr Good News?

Auch in den letzten Monaten gab es viele gute Nachrichten. Hier findest du weitere Storys mit Good News.

Quellen

Katharina Siegl / Utopia: „Daten belegen: E-Auto-Wende nimmt Fahrt auf – nicht nur bei Neuwagen“ vom 26.8.2026, unter https://utopia.de/news/daten-belegen-e-auto-wende-nimmt-fahrt-auf-nicht-nur-bei-neuwagen_963262/ (Aufruf am 12.9.2026)

Lena Rauschecker / Utopia: „Studie überrascht: Mehrheit der deutschen Autoindustrie will vom Verbrenner weg“ vom 20.5.2026, unter https://utopia.de/news/studie-ueberrascht-mehrheit-der-deutschen-autoindustrie-will-vom-verbrenner-weg_930076/ (Aufruf am 12.9.2026)

Katharina Siegl / Utopia: „Kultur statt Chicken Nuggets: Amsterdam hat Werbung für klimaschädliche Produkte verbannt“ vom 19.5.2026, unter https://utopia.de/news/kultur-statt-chicken-nuggets-amsterdam-hat-werbung-fuer-klimaschaedliche-produkte-verbannt_896733/ (Aufruf am 12.9.2026)

Katharina Siegl / Utopia: „EU-Verbot rettet unverkaufte Kleidung: Es gilt seit Mitte Juli“ vom 6.8.2026, unter https://utopia.de/news/eu-verbot-rettet-unverkaufte-kleidung-es-gilt-seit-mitte-juli-v2_901288/ (Aufruf am 12.9.2026)

Florian Hauner / Utopia: „Nashorn-Wilderei auf tiefstem Stand seit Jahren – woher der Erfolg kommt“ vom 19.8.2026, unter https://utopia.de/news/nashorn-wilderei-auf-tiefstem-stand-seit-jahren-woher-der-erfolg-kommt_965887/ (Aufruf am 12.9.2026)

Katharina Siegl /Utopia: „Artenschutz-Erfolg im Harz: Größte Katzenart Europas erfolgreich angesiedelt“ vom 8.7.2026, unter https://utopia.de/news/artenschutz-erfolg-im-harz-groesste-katzenart-europas-erfolgreich-angesiedelt-v7_939670/ (Aufruf am 12.9.2026)

Stephanie Steppacher auf einem Trike

Stephanie

Artikel: 248

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