Die Sommer in Deutschland werden zunehmend heißer und trockener. Besonders Vögel leiden unter hohen Temperaturen und Wassermangel. Während wir uns durch leichte Kleidung, Schatten oder kalte Getränke abkühlen können, haben Vögel deutlich weniger Möglichkeiten, der Hitze zu entkommen. Viele natürliche Wasserquellen wie Pfützen, kleine Bäche oder feuchte Bodenstellen trocknen in heißen Sommerwochen aus. Dadurch wird es für Vögel immer schwieriger, ausreichend Wasser zum Trinken und Baden zu finden.
Mit wenigen einfachen Maßnahmen können jedoch alle Garten- und Balkonbesitzer:innen einen wertvollen Beitrag zum Vogelschutz leisten! Bereits eine kleine Wasserstelle oder ein schattiger Rückzugsort kann vielen Tieren helfen, heiße Sommertage besser zu überstehen.
Warum Hitze für Vögel problematisch ist
Vögel sind besonders empfindlich gegenüber hohen Temperaturen. Anders als Säugetiere können sie nicht schwitzen und ihr Federkleid nicht einfach ablegen. Die dichte Befiederung schützt zwar vor Kälte, erschwert jedoch die Wärmeabgabe. Überschüssige Körperwärme können Vögel lediglich über ungefiederte Körperstellen wie Beine oder Schnabel abgeben. Oft versuchen sie außerdem, sich durch Hecheln abzukühlen. Bei anhaltender Hitze stößt dieser Mechanismus jedoch schnell an seine Grenzen.
Zusätzlich benötigen Vögel an heißen Tagen deutlich mehr Wasser. Es dient nicht nur der Flüssigkeitsaufnahme, sondern auch der Körperpflege und Kühlung. Fehlen geeignete Wasserquellen, können die Tiere geschwächt werden und im schlimmsten Fall sogar dehydrieren. Besonders Jungvögel sowie kleinere Vogelarten sind von Wassermangel betroffen. Daher ist jede zusätzliche Wasserquelle in Gärten, Parks oder auf Balkonen von großer Bedeutung.
Vogeltränken sind eine einfache und wirksame Hilfe
Die wohl wichtigste Maßnahme zur Unterstützung von Vögeln im Sommer ist das Bereitstellen einer Vogeltränke. Dafür muss nicht zwingend eine spezielle Tränke gekauft werden. Bereits eine flache Schale oder ein Blumentopf-Untersetzer eignet sich hervorragend als Wasserstelle.
Wichtig ist, dass die Tränke flache Ränder besitzt, damit die Vögel problemlos trinken und baden können. Eine leicht raue Oberfläche bietet zusätzlichen Halt. Idealerweise sollte die Wassertiefe zwischen etwa zweieinhalb und zehn Zentimetern liegen, sodass sowohl kleinere als auch größere Vogelarten die Wasserstelle nutzen können.
Der richtige Standort ist entscheidend
Vogeltränken erfüllen gleich mehrere Funktionen: Sie ermöglichen den Tieren das Trinken, dienen als Badeplatz zur Abkühlung und unterstützen die Gefiederpflege. Besonders an Tagen mit Temperaturen über 30 Grad werden solche Wasserstellen intensiv genutzt. Oft lassen sich dort verschiedene Vogelarten wie Amseln, Spatzen, Kohlmeisen oder Rotkehlchen beobachten.
Damit Vögel eine Wasserstelle tatsächlich annehmen, muss sie an einem geeigneten Ort stehen. Besonders wichtig ist eine gute Übersichtlichkeit. Die Tiere müssen mögliche Gefahren frühzeitig erkennen können, da sie beim Baden und Trinken weniger aufmerksam sind.
Gleichzeitig sollten sich in der Nähe Büsche, Hecken oder Bäume befinden. Diese dienen als sichere Rückzugsorte, falls eine Katze oder ein anderer Fressfeind auftaucht. Ein Standort mitten auf einer offenen Fläche ohne Fluchtmöglichkeiten wird dagegen oft gemieden.
Ein weiterer Vorteil von Bäumen und Sträuchern ist die Beschattung. Befindet sich die Wasserstelle teilweise im Schatten, erwärmt sich das Wasser langsamer und die Bildung von Algen wird reduziert. Auch die Vögel selbst profitieren von schattigen Ruheplätzen, in denen sie sich vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen können.

Hygiene schützt vor Krankheiten
Bei sommerlichen Temperaturen vermehren sich Krankheitserreger besonders schnell. Deshalb spielt die Hygiene von Vogeltränken eine entscheidende Rolle. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, insbesondere während heißer Wetterperioden.
Ebenso wichtig ist die regelmäßige Reinigung der Schale. Dafür genügen meist eine Bürste und heißes Wasser. Auf chemische Reinigungsmittel sollte verzichtet werden, da Rückstände den Tieren schaden können. Alternativ können mehrere Schalen abwechselnd verwendet werden. Während eine Tränke gereinigt wird, kann die andere trocknen. Direkte Sonneneinstrahlung hilft zusätzlich dabei, Keime abzutöten.
Durch eine sorgfältige Reinigung wird verhindert, dass sich Krankheiten unter den Vögeln verbreiten und die Wasserstelle zur Gefahr statt zur Hilfe wird.
Schatteninseln und naturnahe Gärten schaffen
Neben Wasser benötigen Vögel vor allem schattige Rückzugsorte. Hecken, Sträucher und Bäume wirken an heißen Tagen wie natürliche Sonnenschirme. Sie spenden Schatten, halten die Umgebung kühler und verhindern ein schnelles Austrocknen des Bodens.
Darüber hinaus fördern sie das Nahrungsangebot für Vögel. In feuchteren Böden finden beispielsweise Amseln länger Regenwürmer und andere Kleintiere. Wer seinen Garten vogelfreundlich gestalten möchte, sollte deshalb möglichst viele heimische Gehölze pflanzen und größere Rückschnitte während extremer Hitze vermeiden.
Auch auf Balkonen können größere Kübelpflanzen oder begrünte Bereiche wertvolle Schattenplätze schaffen. So entstehen kleine Oasen, die Vögeln und anderen Wildtieren als Rückzugsort dienen.
Sandbäder unterstützen die Gefiederpflege
Neben Wasserbädern nutzen viele Vogelarten auch Sandbäder zur Körperpflege. Dabei wälzen sie sich in trockenem Sand, um Parasiten, Staub und überschüssiges Fett aus dem Gefieder zu entfernen. Diese natürliche Form der Gefiederpflege trägt wesentlich zur Gesundheit der Tiere bei.
Eine Sandtränke lässt sich sehr einfach anlegen. Dazu genügt ein flaches Gefäß, das mit trockenem Sand gefüllt wird. Idealerweise wird es in der Nähe der Wassertränke aufgestellt. Viele Vögel wechseln dann zwischen Wasser- und Sandbad und können so ihr Gefieder optimal pflegen.
Nicht nur Vögel profitieren von Wasserstellen
Wasserangebote im Sommer helfen nicht ausschließlich Vögeln. Auch zahlreiche andere Wildtiere wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Igel, Eichhörnchen oder Eidechsen sind auf zusätzliche Wasserquellen angewiesen. Besonders Insekten finden während langer Trockenperioden oft kaum noch geeignete Trinkmöglichkeiten.
Damit Insekten gefahrlos trinken können, sollten kleine Steine, Kiesel oder Murmeln in die Wasserschale gelegt werden. Diese dienen als sichere Landeflächen und verhindern, dass die Tiere ertrinken. Auf diese Weise wird eine einfache Vogeltränke gleichzeitig zu einer wertvollen Wasserquelle für viele verschiedene Arten.






