Frühling in der Arktis

Die Arktis: Damit verbinden die meisten Menschen Eis, Kälte und Schnee. Doch auch weit im Norden gibt es Jahreszeiten. Und in der Arktis ist im Frühling ganz schön viel los, es blüht und grünt!

Komm mit auf eine spannende Reise.

Lage und Klima der Arktis

Als Arktis wird die nördlichste Region der Erde bezeichnet (nördlich des nördlichen Polarkreises). Dort liegt das Nordpolarmeer (Arktischer Ozean), Grönland (Dänemark), sowie Teile von Alaska/USA, Kanada, Russland, Norwegen, Schweden und Finnland.

In der Arktis herrscht ganzjährig ein polares Klima: lange und sehr kalte Winter, in denen die Sonne mehrere Wochen lang nicht über den Horizont steigt (Polarnacht). Der Boden ist dann tief gefroren.

Ganz anders im Sommer: Für einige Wochen im Jahr geht die Sonne nicht unter und ist 24 Stunden am Tag zu sehen (Polartag). Doch die Sonnenstrahlen treffen in einem sehr flachen Winkel auf die Erdoberfläche. Das lässt den Boden nur an der Oberfläche etwas auftauen. Die Sommer sind kurz, kühl und es gibt viel Nebel, besonders in Küstennähe.

Durchschnittlich gibt es in der Arktis im Sommer 0°C, im Winter -35°C. Nach Norden hin wird es kälter.

Neben der Sonneneinstrahlung spielen auch die großen Meeresströmungen für das Klima in der Arktis eine große Rolle.

Und betrachtet man den Niederschlag, ist die Arktis eigentlich eine Wüste: Die Luft rund um den Nordpol ist sehr kalt und kann kaum Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch fällt pro Jahr nur 100 – 500 mm Niederschlag.

hellgrüne Lichter an einem sehr dunklen Himmel, im Vordergrund ein Eisberg und türkisblaues Wasser
Während der langen Dunkelheit sieht man oft Polarlichter. / © Three-shots, pixabay.com

Ewiges Eis?

Wenn du bei der Arktis an Schnee und Eis denkst, ist das durchaus richtig. Insbesondere das Zentrum der Arktis, die Region rund um den Nordpol, ist ganzjährig von Schnee und Eis bedeckt – allerdings nimmt die Fläche durch den Klimawandel ab und es wird vermutet, dass die Arktis bereits Mitte dieses Jahrhunderts im Sommer frei von Eis sein wird.

In den südlicheren Regionen tauen Schnee und Eis im Sommer in größeren Bereichen und kehren im Herbst allmählich wieder zurück.

Dort, wo die Polarregion in die Tundra übergeht, sind im Sommermonat Juli durchschnittlich 10°C zu erwarten.

ein Eisbär läuft über eine schnee- und eisbedeckte Fläche
Mehr als Eisbären: Die Arktis. / © Margo Tanenbaum, pixabay.com

Frühling und Sommer in der Arktis

Auch wenn im Frühling noch eisige Kälte herrschen, kehrt die Sonne langsam zurück und mit der Zeit zeigt sich die erste Vegetation: Die Landschaft erwacht zu neuem Leben, Moose, Flechten, Gräser und Blumen blühen.

Gemeinsam ist diesen Pflanzen, dass sie sich an die kurzen Sommer und die niedrigen Temperaturen angepasst haben. Sie nutzen das Sonnenlicht und die milderen Temperaturen im Frühling und Sommer für ihre Blüte und eine kurze Wachstumsperiode. Dabei gibt es oft farbenfrohe Blütenteppiche, ein Phänomen, das man vielleicht nicht sofort mit der Arktis in Verbindung bringen würde. Der Frühling explodiert nahezu, alles muss in kurzer Zeit stattfinden.

Auch die Tierwelt ist deutlich aktiver als im Winter. Unzählige Zugvögel kommen aus den südlicheren Quartieren in die Arktis, um dort zu brüten und ihre Jungen großzuziehen.

Der Frühling ist in der Arktis nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar: Sobald die Sonne ab ca. März zurückkehrt, beginnt das Eis zu tauen – und zwar lautstark. Es quietscht, knallt, knirscht und knackt. Die ersten Seen aus Schmelzwasser entstehen.

Und unter dem Eis und in den Seen vollzieht sich eine wahre Explosion. Die Eisalgen tummeln sich in den Schmelzwasserseen. Die winzigen, goldbraunen Algen vermehren sich rasant und die großen Algenflächen sind sogar durch die Eisflächen zu sehen.

Für die Tiere in der Arktis sind die Algen sehr wichtig, denn sie bilden die Grundlage für das gesamte Nahrungsnetz, das von Kleinkrebsen über Fische, Vögel, Robben bis zu den Walen und Eisbären reicht.

eine Schneefläche, in der Mitte ein dunkler See mit Schmelzwasser, im Hintergrund Berge
In solchen Schmelzwasserseen tummeln sich winzig kleine Algen. / © Natalia Kollegova, pixabay.com

Frühlingsblumen mit Superkräften gegen die Kälte

Trotz der niedrigen Temperaturen wachsen in der Arktis Frühlingsblumen. Sie sind hoch spezialisiert auf diesen Lebensraum.

Auch wenn in einigen Regionen der Arktis der Frühling erst Ende Juni beginnt, haben die Pflanzen einige Tricks auf Lager:

  • Arktischer Mohn: seine Blüten drehen sich immer der Sonne zu und bündeln das Licht und die Wärme perfekt im Inneren.
  • Alpenglöckchen: durch seine dunklen Knospen nimmt das Alpenglöckchen Wärme auf und kann dadurch sogar den Schnee um sich herum schmelzen. Die violetten Blüten ragen oft mitten aus der Schneedecke.
  • Purpur-Steinbrech: in dichten Polstern nah am Boden ist die Pflanze vor den kalten Winden geschützt und nutzt die Restwärme der Steine. Die immergrünen Blätter überstehen bis zu -40°C.

Übrigens leben auch in der Arktis Hummeln. Damit sie trotz eisigen Temperaturen fliegen können, zittern sie vor dem Abflug, um ihre Muskeln zu wärmen.

Bedrohungen durch den Klimawandel

Die zunehmende Klimaerwärmung bringt das Leben in der Arktis durcheinander. Das Ökosystem ist dort perfekt aufeinander abgestimmt und Tiere und Pflanzen haben sich an die polaren Bedingungen angepasst. Das alles ist ein sensibler Rhythmus.

Durch die Klimakrise erwärmt sich die Arktis schneller als andere Regionen. Das Meereis nimmt im Sommer immer weniger Fläche ein, die Algenblüte reduziert sich dadurch und beginnt immer früher im Jahresablauf. Nahrungsketten werden mit der Zeit instabil.

Der WWF macht sich für den Schutz der Arten in der Arktis und für die Bekämpfung der Klimakrise stark. Auch bei der WWF Jugend findest du viele Stories zum Thema „Klima schützen“.

Quellen

WWF Deutschland: „Frühling im Eis: heimliches Wunder“ vom 10.4.2026, unter https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/familienaktivitaeten/fruehling-im-eis (Zugriff am 9.5.2026)

Wetter-Atlas: „Wetter und Klima in der Arktis“, unter https://www.wetter-atlas.de/klima/arktis.php (Zugriff am 9.5.2026)

„Arktis Wetter und Klima“, unter https://www.beste-reisezeit.org/pages/arktis.php (Zugriff am 9.5.2026)

Stephanie Steppacher auf einem Trike

Stephanie

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