Auch in dieser Folge der Fantastischen Fakten stelle ich euch einen tierischen Rekordhalter vor. Heute geht es um den Wanderfalken. Das ist der schnellste Vogel der Welt!
Erfahre, wie schnell er ist und was es sonst noch Spannendes über ihn zu wissen gibt.

Schnell, schneller, Wanderfalke
Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt – seine Sturzflüge sind wirklich spektakulär. Bei so einem Sturzflug bringt er es auf bis zu 320 km/h. Das ist so schnell wie ein Rennauto! Wenn er mit dieser enormen Geschwindigkeit auf seine Beute herab stürzt, hat diese kaum eine Chance. Mit seinen scharfen Krallen packt der Wanderadler seine Beute noch in der Luft und verspeist sie dann am Boden.
Von Vorteil bei dieser schnellen und sehr präzisen Jagd ist es für den Wanderfalken, dass er sehr gut sehen kann. Wie viele andere Falken kann er seine Beute aus einer Entfernung von bis zu 1,5 – 2 Kilometern gut erkennen.
Die normale Fluggeschwindigkeit der Wanderfalken ist aber geringer. Hier bringen es die Tiere auf etwa 100 km/h.
Wanderfalken sind Vogeljäger und sie sind sehr spezialisiert bei ihrer Jagd. Zu ihrer Leibspeise zählen kleine und mittelgroße Vögel. Besonders oft werden Tauben gejagt.

Die Karte zeigt das Verbreitungsgebiet des Wanderfalken (gelb: Verbreitung in den Sommermonaten zur Brut / grün: ganzjährige Verbreitung / blau: Verbreitung in den Wintermonaten / türkis: zeitweises Vorkommen (Zugvögel) / © Wikimedia Commons, MPF (latest version), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Hier, dort und überall
Der Wanderfalke ist nicht nur schnell. Er ist auch der am weitesten verbreitete Vogel der Welt. Lebewesen, die weltweit in den für sie passenden Biotopen vorkommen, nennt man auch Kosmopolit. Bis auf die Antarktis und einigen kleineren Karibikinseln, Neuseeland und Island kommt der Wanderfalke auf allen Kontinenten und größeren Inseln vor.
Wanderfalken brüten primär auf Felsen, vereinzelt auch auf Bäumen oder am Boden. In den letzten Jahrzehnten kommt es immer häufiger vor, dass die Tiere auch Städte und Industrieanlagen besiedeln, sozusagen „künstliche Felsen“. So brüten z.B. am MetLife Building in New York Wanderfalken, auch Fernmeldetürme, Kirchtürme, Brücken oder Kraftwerke sind beliebt. Um die Art zu unterstützen, wird die Ansiedlung an diesem Stellen oft durch Anbringung von Nistkörben unterstützt.
Als Ort mit der weltweit höchsten Dichte an brütenden Wanderfalkenpaaren gilt übrigens Mannhattan in New York.

Aussehen und Größe
Der Wanderfalke hat ein sehr charakteristisches Aussehen: Erwachsene Tiere sind an der Oberseite schiefergrau gefärbt, die Unterseite ist dagegen weiß bis cremefarben mit dunklen Querbändern. Die Iris ist dunkelbraun, darum liegt ein gelber Augenring. Auch die Wachshaut und die Beine sind gelb, die Krallen schwarz.
Erwachsene Wanderfalken erreichen eine Größe von etwa 38 – 50 Zentimetern. Weibchen erreichen eine Flügelspannweite von etwa 115 Zentimetern, Männchen etwa 100 Zentimeter. In Deutschland ist der Wanderfalke der größte Falke und kann bei uns ganzjährig beobachtet werden.

Erster Vogel des Jahres
Seit 1971 wird jedes Jahr ein „Vogel des Jahres“ gewählt. Der erste „Vogel des Jahres“, der vom NABU und dem LBV gekürt wurde, war – der Wanderfalke.
Damals war die Art durch Pestizide wie DDT etc. stark gefährdet. Das hat sich inzwischen positiv gewandelt. Heute gilt der Wanderfalke weltweit und in Deutschland als „nicht gefährdet“. In Deutschland nimmt die Population durch Schutzmaßnahmen zu (um 203% zwischen 1980 und 2022), aktuell gibt es bei uns etwa 1600-1800 Brutpaare.
Quellen
Planet Wissen: „Wanderfalke – schnellster Jäger“, unter https://www.planet-wissen.de/natur/tierwelt/tierische_flieger/pwiewanderfalkeschnellsterjaeger100.html (Zugriff am 10.6.2026)
NABU Deutschland: „Wanderfalke (Falco peregrinus)“, unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/wanderfalke/ (Zugriff am 10.6.2026)
Wikipedia: „Wanderfalke“, unter https://de.wikipedia.org/wiki/Wanderfalke (Zugriff am 10.6.2026)
Grafik zur Verbreitung des Wanderfalken von Wikimedia Commons, Download von https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/PeregrineRangeMap.png (Zugriff am 10.6.2026)






