Zum internationalen Tag der Artenvielfalt möchte ich über mein Praktikum beim Archipelagos Institute of Marine Conservation berichten und was sie alles für den Artenschutz im Mittelmeer unternehmen! Seit dem 04.05. bin ich in Griechenland und arbeite in der Gruppe „Marine Ecology“. Das Praktikum gibt mir die Möglichkeit, die faszinierende Unterwasserwelt der Ägäis kennenzulernen und gleichzeitig mehr über den Schutz mariner Ökosysteme zu lernen.
Das Archipelagos Institute of Marine Conservation
Archipelagos ist eine griechische, unabhängige Non-Profit-Organisation, die seit 1998 aktiv ist. Ihr Ziel ist es, die Biodiversität des nordöstlichen Mittelmeeres zu schützen und langfristig zu erhalten. Dabei verbindet das Institut wissenschaftliche Forschung mit praktischer Naturschutzarbeit und arbeitet eng mit lokalen Gemeinden, Fischer:innen sowie internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen.
Die Ägäis zählt zu den wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots des Mittelmeers. Obwohl das Mittelmeer nur einen kleinen Teil der weltweiten Meeresfläche ausmacht, leben dort rund sieben Prozent aller bekannten Meeresarten. Besonders die griechischen Inseln und Küsten bieten Lebensräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen, darunter Delfine, Meeresschildkröten, Wale und die stark bedrohte Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Forschung und Naturschutz in der Ägäis
Archipelagos führt ganzjährig Forschungsprojekte im Meer und an den Küsten durch. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung und dem Schutz von Meeressäugern wie Delfinen und Walen. Dabei werden unter anderem Sichtungen dokumentiert, Verhaltensweisen untersucht und akustische Aufnahmen mit Hydrofonen gemacht, um die Kommunikation der Tiere besser zu verstehen.
Ein weiteres wichtiges Forschungsfeld ist der Schutz empfindlicher Lebensräume in größeren Meerestiefen. Besonders faszinierend sind sogenannte korallogene Lebensräume, die eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt beherbergen und teilweise über Jahrtausende entstanden sind. Durch moderne Technologien wie Unterwasserroboter, Sonarsysteme und spezielle Forschungsschiffe kartiert Archipelagos diese Lebensräume und setzt sich für ihren Schutz vor zerstörerischen Fangmethoden wie der Grundschleppnetzfischerei ein.
Außerdem beschäftigt sich das Institut intensiv mit den Auswirkungen menschlicher Einflüsse auf das Meer. Plastikverschmutzung, Mikroplastik, Lärmverschmutzung, Überfischung und der Klimawandel stellen große Bedrohungen für marine Ökosysteme dar. Durch wissenschaftliche Untersuchungen versucht Archipelagos, diese Probleme besser zu verstehen und Lösungen für einen nachhaltigeren Umgang mit dem Meer zu entwickeln.
Meine Erfahrungen im Praktikum
Während meines Praktikums durfte ich bereits an verschiedenen Aufgaben teilnehmen und erste praktische Erfahrungen in der Meeresforschung sammeln. Besonders spannend war es, tauchen zu gehen und dabei Invertebraten zu kartieren! Invertebraten sind wirbellose Meerestiere wie Seesterne, Seeigel, Schnecken oder Schwämme, die eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen.
Bei der Kartierung werden verschiedene Arten dokumentiert und ihre Verbreitung untersucht. Solche Daten helfen dabei, Veränderungen in den Lebensräumen frühzeitig zu erkennen und die Biodiversität besser zu verstehen. Gleichzeitig bekommt man beim Tauchen einen direkten Eindruck davon, wie vielfältig und empfindlich die Unterwasserwelt der Ägäis ist.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit lerne ich auch viel darüber, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und Umweltbildung für den Naturschutz sind!






