Schwalbenschwanz (Fantastische Fakten)

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) gehört zu den bekanntesten und schönsten Tagfaltern Europas. Mit seinen gelb-schwarz gemusterten Flügeln und den langen „Schwänzchen“ an den Hinterflügeln ist er leicht zu erkennen. Seinen Namen hat der Falter genau wegen dieser schwanzähnlichen Flügelenden, die an die Schwanzfedern einer Schwalbe erinnern. Mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimetern zählt der Schwalbenschwanz außerdem zu den größten heimischen Schmetterlingen Mitteleuropas. Was es noch Spannendes über ihn zu wissen gibt, erfährst du in diesen neuen Fantastischen Fakten!

So kannst du ihn erkennen

Der Schwalbenschwanz hat hellgelbe Flügel mit schwarzen Adern und Flecken. Zusätzlich befinden sich auf den Hinterflügeln blaue Halbmonde und rote Flecken, die ihn besonders auffällig machen.
Die Raupen verändern während ihrer Entwicklung mehrfach ihr Aussehen. Kurz nach dem Schlüpfen sind sie schwarz-weiß gefärbt und sehen wie Vogelkot aus. Dadurch sind sie gut vor Fressfeinden getarnt. Nach mehreren Häutungen werden die Raupen grün und entwickeln schwarze Querstreifen mit orangefarbenen Punkten. Charakteristisch ist die orangefarbene Nackengabel, auch Osmeterium genannt. Bei Gefahr stülpt die Raupe diese aus und sondert ein stark riechendes Sekret ab, um Feinde abzuschrecken.

Lebensraum und Verbreitung

Der Schwalbenschwanz lebt vor allem in offenen und sonnigen Landschaften. Man findet ihn auf Trockenrasen, blütenreichen Wiesen, Waldrändern, extensiv genutztem Grünland und in naturnahen Gärten. Besonders gerne hält er sich dort auf, wo viele Doldenblütler wachsen, beispielsweise Wilde Möhre, Fenchel oder Dill. In Deutschland kommt der Schwalbenschwanz vor allem in warmen Regionen und besonders häufig im Süden vor. Er lebt sowohl im Flachland als auch in Höhenlagen von bis zu 2500 Metern. Sein Verbreitungsgebiet reicht weit über Europa hinaus bis nach Nordafrika, Asien, Japan und Nordamerika.

© Unsplash / Evelien Van Den Brink

Nahrung und Entwicklung

Die erwachsenen Falter ernähren sich vom Nektar verschiedener Blütenpflanzen. Besonders gerne besuchen sie violette Blüten wie Wiesensalbei, Flockenblumen oder Kartäusernelken. Die Raupen dagegen fressen hauptsächlich Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler. Dazu gehören unter anderem Wilde Möhre, Fenchel, Pastinak, Dill und Kleine Bibernelle.

Nach der Paarung suchen die Weibchen warme und sonnige Stellen mit geeigneten Futterpflanzen auf. Dort legen sie ihre Eier einzeln an die Pflanzen, damit jede Raupe später genügend Nahrung zur Verfügung hat. Insgesamt kann ein Weibchen etwa 150 Eier ablegen. Die Eier sind zunächst hell und verfärben sich später rötlich-braun bis dunkel. Nach etwa sechs bis zehn Tagen schlüpfen die Raupen. Während ihrer Entwicklung häuten sie sich mehrmals und verändern dabei ihre Färbung. Nach ungefähr vier bis sechs Wochen verpuppt sich die Raupe bodennah an trockenen Pflanzenstängeln. Der Schwalbenschwanz überwintert als sogenannte Gürtelpuppe, die grün oder braun-grau gefärbt sein kann.

Besonderes Verhalten

Eine Besonderheit des Schwalbenschwanzes ist die sogenannte Gipfelbalz, auch „Hilltopping“ genannt. Dabei fliegen die Falter gezielt markante Erhebungen wie Hügel, Bergkuppen oder Türme an, um dort Partner zu finden. Da die Tiere oft weit verstreut leben, erhöht dieses Verhalten die Chance, auf Artgenossen zu treffen.

Gefährdung und Schutz

Der Schwalbenschwanz galt früher in vielen Regionen als gefährdet, da seine Bestände in den 1970er- und 1980er-Jahren stark zurückgingen. Inzwischen haben sich die Bestände wieder etwas erholt, unter anderem weil weniger Umweltgifte und Pestizide eingesetzt werden. Heute gilt der Schwalbenschwanz in Deutschland als nicht gefährdet. Trotzdem ist er weiterhin auf geeignete Lebensräume angewiesen. Häufiges Mähen von Wiesen, Überdüngung der Landschaft und der Einsatz von Pestiziden stellen weiterhin Probleme dar. Vor allem die Raupen reagieren empfindlich auf Pflanzenschutzmittel. Außerdem führt die Überdüngung dazu, dass offene und blütenreiche Lebensräume verschwinden.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

Artikel: 70