Eichen gehören zu den bekanntesten und wichtigsten Bäumen in Deutschland. Sie prägen seit Jahrhunderten unsere Wälder, Parks und Landschaften und sind für viele Tierarten unverzichtbar. Weltweit gibt es mehrere hundert Eichenarten, die alle zur Gattung Quercus und zur Familie der Buchengewächse gehören. Typisch für alle Eichen sind ihre gelappten Blätter und die Früchte, die wir als Eicheln kennen.
In Deutschland kommen sowohl heimische Eichenarten als auch eingebürgerte Arten aus anderen Regionen der Welt vor. Besonders häufig sind die Stiel- und die Traubeneiche, die zusammen etwa zehn bis elf Prozent der deutschen Waldfläche ausmachen. Andere Eichenarten findet man vor allem in Parks oder botanischen Gärten.
Heimische Eichenarten
Die wichtigsten heimischen Eichenarten in Deutschland sind die Stieleiche, die Traubeneiche und die Flaumeiche.
Die Stieleiche (Quercus robur) ist die bekannteste Eichenart in Deutschland und wird oft auch „Deutsche Eiche“ genannt. Sie wächst in fast allen Regionen und kann bis zu 40 Meter hoch werden! Typisch ist ihre breite Krone und die tief gefurchte graubraune Rinde älterer Bäume. Die Stieleiche ist sehr anpassungsfähig und kommt sowohl mit feuchten Böden als auch mit trockenen Sandböden zurecht. Ihre Eicheln hängen an langen Stielen, wodurch sich ihr Name erklärt. Besonders häufig wächst sie in Tieflagen und entlang von Flüssen.

Die Traubeneiche (Quercus petraea) ist ebenfalls weit verbreitet und ähnelt der Stieleiche. Sie wird meist etwas kleiner und erreicht Höhen von etwa 30 bis 35 Metern. Im Gegensatz zur Stieleiche sitzen ihre Eicheln fast ohne Stiel direkt am Zweig in kleinen Gruppen, daher der Name Traubeneiche. Diese Art wächst häufig in Mittelgebirgen und kommt besser mit trockeneren und wärmeren Standorten zurecht als die Stieleiche.

Eine seltenere heimische Art ist die Flaumeiche (Quercus pubescens). Sie wächst vor allem in warmen Regionen wie dem Kaiserstuhl in Baden-Württemberg oder im Thüringer Saaletal. Die Flaumeiche bleibt mit etwa 20 Metern deutlich kleiner als die beiden anderen Arten. Ihren Namen hat sie von den feinen Haaren auf der Blattunterseite und an den Blattstielen. Sie bevorzugt warme und sonnige Standorte und ist deshalb in Deutschland eher selten.

Eingebürgerte Eichenarten
Neben den heimischen Arten gibt es auch Eichen, die ursprünglich aus anderen Ländern stammen, aber schon seit langer Zeit in Deutschland wachsen. Viele von ihnen wurden in Parks oder Gärten gepflanzt.
Die häufigste eingeführte Art ist die Roteiche (Quercus rubra) aus Nordamerika. Sie wurde bereits vor mehreren Jahrhunderten nach Europa gebracht und wächst heute auch in Wäldern. Die Roteiche kann über 30 Meter hoch werden und ist besonders an ihren spitz gelappten Blättern zu erkennen. Im Herbst färben sich die Blätter oft orange oder rot. Obwohl sie relativ häufig ist, sollte sie nicht neu angepflanzt werden, da sie heimische Arten verdrängen kann.

Eine weitere eingeführte Art ist die Scharlacheiche (Quercus coccinea), die ebenfalls aus Nordamerika stammt. Sie wird meist in Parks gepflanzt und ist besonders wegen ihrer leuchtend roten Herbstfärbung bekannt. Mit einer Höhe von etwa 20 bis 25 Metern bleibt sie etwas kleiner als die Roteiche.

Die Ungarische Eiche (Quercus frainetto) stammt ursprünglich aus Südeuropa und dem Balkan. In Deutschland findet man sie vor allem in botanischen Gärten und größeren Parkanlagen. Sie kann über 30 Meter hoch werden und besitzt stark gebuchtete Blätter.

Auch die Zerreiche (Quercus cerris) gehört zu den eingeführten Arten. Vermutlich wurde sie schon zur Römerzeit nach Mitteleuropa gebracht. Sie wächst heute sowohl in Parks als auch vereinzelt in der freien Natur. Typisch sind ihre Eicheln mit auffällig stacheligen Fruchtbechern.

Eine Besonderheit ist die Immergrüne Eiche (Quercus × turneri), eine Kreuzung, die ursprünglich aus England stammt. Sie wird meist nur in Parks oder Gärten gepflanzt und bleibt mit etwa 15 Metern relativ klein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Eichen behält sie ihre Blätter auch im Winter.

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