Tag des Baumes – Regenwälder in Europa?!

Heute ist der Tag des Baumes! Wenn das kein Grund zum feiern ist – Wie ein Baum so einen Tag erlebt, liest du hier. Wie wär’s außerdem mit einem veganen Baumkuchen zu diesem Anlass?

Am besten verbringt sich solch eine Feierlichkeit natürlich in Gemeinschaft. Und auch Bäume sind meistens nicht alleine unterwegs, sondern leben in der Regel in Wäldern, das ist sicher keine Überraschung. Von den uns in Deutschland vertrauten sommergrünen Mischwäldern, welche im Herbst so wunderschön bunt werden, über nordische Nadelwälder, die den kalten Wintern trotzen, zu hitzebeständigen Hartlaubwäldernan Vielfalt mangelt es nicht. Und dann gibt es da „den Regenwald“, der uns auf globaler Ebene begeistert, in Ehrfurcht versetzt, und wegen andauernder Abholzung Sorgen bereitet: Oft wird (zurecht!) über die das Amazonasgebiet in Südamerika gesprochen, wo täglich Bäume den Sojaplantagen für Tierfutter in Europa weichen, oder die Palmölplantagen in Indonesien, für die große Gebiete abgeholzt werden. Es ist also wichtig, sich für den Regenwaldschutz einzusetzen!

Wusstest du, dass es auch in Europa Regenwald gibt?

Das klingt zunächst vielleicht unerwartet. Doch tatsächlich ist es so, dass der Begriff „Regenwald“ erstmal etwas über die Niederschlagsmenge, beziehungsweise Feuchtigkeit aussagt, der die Bäume ausgesetzt sind. Es gibt mehrere Gebiete auf der Erde, wo diese Werte hoch sind: Ab 12000 mm Niederschlag pro Jahr, verteilt auf mindestens 200 Regentage, wird ein Wald als Regenwald bezeichnet. Man unterscheidet zwischen zwei Haupttypen von Regenwäldern: Diejenigen, an die wir zuerst denken, sind tropische Regenwälder. Hier gibt es noch zusätzliche Unterschiede zwischen Wolken-, Nebel-, und Mangrovenwald. Die andere große Kategorie ist der gemäßigte Regenwald, und auch hier gibt es wieder verschiedene Unterklassifikationen. Was alle Regenwälder jedoch gemeinsam haben ist, das feuchte Klima, das im ganzen Jahr anhält. Die Regenwälder in der gemäßigten Klimazone erleben ähnlich viel Niederschlag wie unsere bekannten mittelamerikanischen oder zentralafrikanischen Sorgenkinder, doch es herrschen teilweise völlig unterschiedliche Temperaturen: Auf bis zu 5 Grad Celsius kann das Thermometer in den Regenwäldern der gemäßigten Klimazone heruntersinken, was zwar völlig andere Bedingungen schafft als die niedrigsten 18 Grad in den bewaldeten Regionen am Äquator, jedoch trotzdem ähnlich breiten Artenreichtum erlaubt (oder ernadelt…lies weiter! :’D)

Noch nie gesehen, wo soll der denn bitte sein?

Wie die tropischen Regenwälder sind auch die gemäßigten Regenwälder auf verschiedene Kontinente verteilt. Ozeannähe und Gebirge in der Umgebung spielen eine Rolle für lokale Niederschlagsmuster, deshalb sind diese Wälder generell entlang von Küsten zu finden und setzen sich aus Nadel-, und Laubbaumarten zusammen. Eine Tanne im Regenwald! Und Regenwald in Alaska… Hättest du gedacht, dass das das Natürlichste der Welt ist? Denn die größten Gebiete mit gemäßigtem Regenwald stehen an der Pazifikküste in Nordamerika. Sie erstrecken sich von Nordkalifornien bis in den südlichen hohen Norden im Bundesstaat Alaska. Auch auf der gegenüberliegenden Seite der Welt finden sich diese Arten von immerfeuchten Wäldern, nämlich in Neuseeland und auf der Insel Tasmanien, die südlich von Australien liegt. Und Europa? Vielleicht hast du am Anfang vermutet, dass Regenwald in Europa vielleicht, eventuell, möglicherweise an Orten wie Madeira und den Kanarischen Inseln vorkommen könnte. Und das stimmt auch: Hier gibt es sogar beide Regenwaldtypen – tropisch und gemäßigt! Doch auch in „unerwarteteren“ Teilen Europas gibt es seit Jahrhunderten gemäßigte Regenwälder, wie in Großbritannien und Norwegen. Das alpine Klima in der Schweiz schafft seinen Wäldern ähnliche Bedingungen, weshalb zurzeit untersucht wird, ob auch diese Wälder geotopisch als Regenwälder klassifiziert werden müssten.

Was lebt denn da?

Wie die tropischen Kandidaten gehören auch die feuchten Küstenwälder zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Die besonderen Bedingungen der andauernden Feuchtigkeit bieten besonderen Organismen einen Lebensraum: Manche der dort lebenden Arten wurden kommen nur an wenigen Orten auf der Welt vor. Viele dieser seltenen Organismen sind Moose und Flechten. In Norwegen sind es zum Beispiel 30 Flechtenarten, die fast ausschließlich in diesen lokalen Regenwäldern zu finden sind, und kaum woanders auf der Welt.

Geht es den Wäldern mäßig?

All diese lokalen Arten sind vom Aussterben bedroht, und auch der Naturtyp selbst – gemäßigter Regenwald – ist in manchen Ländern, wie Norwegen, als gefährdet eingestuft. Denn auch die gemäßigten Regenwälder sind global von Kahlschlag für Holznutzung, die Errichtung von Infrastruktur und der Klimaerwärmung betroffen. Deshalb gibt es weltweit Bemühungen, die besonderen Wälder zu schonen. Für den Schottischen Regenwald engagieren sich verschiedene Gruppen mit Projekten, um der eigenen Mitbevölkerung und politischen Entscheidungsträger*innen die ökologische Bedeutung dieser Ökosysteme nahezubringen. Neben bestehenden Naturschutzgebieten sind in Aserbaidschan und im Iran auch einige Waldareale als UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Einige Staaten haben sich dazu verpflichtet, besser auf ihre besonderen Wälder zu achten: Kanada stellt einen der weltweit flächenreichsten Küstenregenwäldern unter Schutz, und Chile erklärte einige Gebiete zu Nationalparks.

Was wünschst du dir am Tag des Baumes (und auch an den restlichen Tagen des Jahres) für die gemäßigten Regenwälder? Teile deine Gedanken gerne an der Pinnwand 😊

Quellen: