Das war der Sommer 2026

Hitzewellen, ausgetrocknete Böden, niedrige Wasserstände und Waldbrände: Der Sommer 2026 hat deutlich gezeigt, wie stark sich unser Klima verändert. Deutschland erlebte einen Sommer voller Extreme und einige davon stellten bisherige Rekorde in den Schatten. Eine neue repräsentative Umfrage im Auftrag des WWF zeigt jedoch auch: 67 Prozent der Deutschen wünschen sich angesichts von Hitze und Extremwetter mehr Klimaschutz von der Bundesregierung.

Ein Sommer der Rekorde

Mit einem vorläufigen Temperaturmittel von 19,6 °C war der Sommer 2026 der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Nur der Rekordsommer 2003 war mit 19,7 °C noch etwas wärmer. Gleichzeitig gab es so viele Hitzetage wie selten zuvor: Im bundesweiten Durchschnitt wurden rund 22 Tage mit mindestens 30 °C und etwa fünf Tage mit mindestens 35 °C registriert.
Besonders extrem war die Hitzewelle Ende Juni. Am 27. Juni wurden in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt 41,8 °C gemessen, ein neuer deutscher Temperaturrekord. Und auch nachts gab es kaum Erholung: Im sächsischen Kubschütz sank die Temperatur in der Nacht auf den 28. Juni nicht unter 29,4 °C.

Doch nicht nur die Temperaturen waren außergewöhnlich. Der Sommer war gleichzeitig viel zu trocken und sehr sonnig. Deutschlandweit fielen nur rund 171 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, also deutlich weniger als im langjährigen Durchschnitt. Die Sonne schien dagegen etwa 779 Stunden.

Heiße Dürre mit Folgen

Besonders problematisch ist die Kombination aus Hitze und Trockenheit. Denn je höher die Temperaturen steigen, desto mehr Wasser verdunstet. Dadurch trocknen Böden schneller aus und es bleibt weniger Wasser übrig, das ins Grundwasser gelangen oder Flüsse und Seen auffüllen kann. In diesem Sommer führten die geringen Niederschläge deshalb vielerorts zu extrem niedrigen Wasserständen. Rhein und Donau erreichten teilweise Rekordtiefstände, während Bäche und Quellen zeitweise sogar vollständig austrockneten.

Auch in Baden-Württemberg zeigte sich die Situation besonders deutlich: Dort fielen im Sommer nur rund 153 Liter Regen pro Quadratmeter, etwas mehr als die Hälfte des langjährigen Mittels. Damit war es der fünfttrockenste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Für die Natur ist das eine enorme Belastung. Pflanzen geraten unter Trockenstress, Böden trocknen aus und Tiere verlieren wichtige Wasserquellen und Lebensräume. Gleichzeitig steigt durch die trockene Vegetation die Gefahr von Waldbränden.

Unsere Wälder leiden und die Folgen kommen teilweise erst noch

Besonders Sorgen bereitet der Zustand unserer Wälder. Dabei beginnt die Geschichte nicht erst im Sommer 2026: Bereits seit dem Dürrejahr 2018 leiden viele Bäume in Deutschland unter wiederkehrender Hitze und Trockenheit.

Der diesjährige Sommer hat diesen Stress weiter verstärkt. Bäume reagieren auf Wassermangel beispielsweise mit vertrockneten Blättern, braunen Kronen oder einem vorzeitigen Laubabwurf. Besonders gefährdet sind junge Bäume sowie Bäume, die bereits durch frühere Dürren, Krankheiten oder Schädlinge geschwächt wurden.

Das Problem: Nicht alle Schäden sind sofort sichtbar. Einige Baumarten können die Folgen eines extrem trockenen Sommers erst im darauffolgenden Jahr zeigen. Forstexpert rechnen deshalb damit, dass manche Bäume erst 2027 oder sogar in den darauffolgenden Jahren deutliche Absterbeerscheinungen entwickeln werden. Besonders vorgeschädigte Bäume sind gefährdet.

Damit könnte der Sommer 2026 also noch lange nachwirken.

Was passiert, wenn Wälder weiter geschwächt werden?

Gesunde Wälder sind für uns und die Natur unverzichtbar. Sie speichern Kohlenstoff, produzieren Sauerstoff, halten Wasser zurück, schützen Böden und bieten Lebensraum für unzählige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.

Durch wiederkehrende Dürren geraten diese Funktionen jedoch zunehmend unter Druck. Geschwächte Bäume sind beispielsweise anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Gleichzeitig können trockene Böden auch die Aktivität von Mikroorganismen und Bodentieren beeinflussen und damit wichtige Nährstoffkreisläufe stören.

Auch die Zusammensetzung unserer Wälder könnte sich langfristig verändern. Wenn heiße und trockene Sommer häufiger werden, kommen manche Baumarten mit den neuen Bedingungen schlechter zurecht als andere. Forschende gehen deshalb davon aus, dass wir in Zukunft möglicherweise mehr trockenheits- und hitzetolerante Baumarten und insgesamt vielfältigere Mischwälder brauchen werden.

Doch trotz dieser Entwicklungen gibt es Grund zur Hoffnung: Wälder können sich von Störungen erholen. Entscheidend ist, ihnen dabei zu helfen und unsere Wälder so zu gestalten, dass sie besser mit den Bedingungen eines sich verändernden Klimas zurechtkommen. Mischwälder, eine größere genetische Vielfalt und eine an den jeweiligen Standort angepasste Waldbewirtschaftung können dabei wichtige Bausteine sein.

Der Sommer 2026 als Weckruf

Der Sommer 2026 hat gezeigt, dass die Klimakrise längst da ist. Sie verändert schon heute unsere Landschaften, Gewässer, Wälder und Städte. Eine Untersuchung des Deutschen Wetterdienstes kam außerdem zu dem Ergebnis, dass eine Hitzewelle wie die Ende Juni ohne den menschengemachten Klimawandel statistisch praktisch nicht zu erwarten gewesen wäre.

Doch wie sehen die Menschen in Deutschland die Situation? Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des WWF Deutschland zeigt einen deutlichen Wunsch nach mehr Klimaschutz: 67 Prozent der Befragten wollen, dass die Bundesregierung ihre Klimaschutzmaßnahmen angesichts von Hitze und Extremwetter verstärkt. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 77 Prozent. Gleichzeitig bewerten 54 Prozent den Schutz der Bevölkerung vor Hitze und Extremwetter als schlecht.

Dieser Sommer war eine Warnung. Die Menschen sehen, dass Deutschland nicht ausreichend auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet ist“, sagt Vanessa Klocke, Co-Klimachefin beim WWF Deutschland.

Der WWF fordert deshalb, Klimaschutz und Klimaanpassung gleichzeitig voranzutreiben. Deutschland muss sich besser auf unvermeidbare Folgen wie Hitze und Trockenheit vorbereiten und gleichzeitig alles dafür tun, dass die Erderhitzung nicht noch stärker voranschreitet.

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Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

Ich bin 24 Jahre alt und studiere Marine Umweltwissenschaften an der Universität Oldenburg. Meine große Leidenschaft gilt den Meeren, besonders den vielfältigen Ökosystemen und ihrem Schutz! Ich möchte besser verstehen, wie marine Lebensräume funktionieren und was wir tun können, um sie auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

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