Mittelmeer-Artenreihe: Rotfeuerfisch

Mit seinen rot-weißen Streifen, den langen fächerförmigen Flossen und seinem Schwimmstil gehört der Rotfeuerfisch (Pterois miles) zu den beeindruckendsten Meeresbewohnern überhaupt. Doch so faszinierend er aussieht, so problematisch ist seine Ausbreitung im Mittelmeer. Der ursprünglich aus dem Indischen Ozean stammende Fisch zählt heute zu den invasivsten Arten der Region und stellt Wissenschaftler:innen vor große Herausforderungen.

Mit Erfolg ins Mittelmeer eingewandert

Vor rund zehn Jahren gelangte der Rotfeuerfisch vermutlich über den Suezkanal ins Mittelmeer. Durch die Erwärmung des Mittelmeers findet er dort inzwischen ideale Lebensbedingungen und breitet sich immer weiter aus. Zunächst wurde er vor den Küsten Zyperns, der Türkei und der Levante beobachtet, mittlerweile hat er nahezu die gesamte Ägäis besiedelt und wurde bereits vor Albanien, Kroatien, Malta, Sizilien und sogar Korsika nachgewiesen.

Besonders erfolgreich ist seine Ausbreitung, weil sich die erwachsenen Tiere zwar nur wenig bewegen, ihre winzigen Larven jedoch mit den Meeresströmungen über große Entfernungen transportiert werden. Zudem können sie auch über das Ballastwasser von Schiffen in neue Gebiete gelangen.

Rotfeuerfisch © Unsplash / Ray Harrington

Warum ist der Rotfeuerfisch ein Problem?

Im Mittelmeer trifft der Rotfeuerfisch auf heimische Fischarten, die ihn nicht kennen und daher oft nicht als Gefahr wahrnehmen. Dadurch kann er sich unbemerkt an seine Beute heranschleichen und vor allem Jungfische jagen. Da er kaum natürliche Feinde besitzt, kann sich seine Population nahezu ungehindert entwickeln.

Er ernährt sich äußerst vielseitig und frisst zahlreiche verschiedene Fisch- und Krebstierarten. Studien aus dem westlichen Atlantik zeigen, dass nach der Einwanderung von Feuerfischen die Biomasse heimischer Fischarten lokal um bis zu 65 Prozent zurückging. Forschende befürchten deshalb ähnliche Auswirkungen auf die ohnehin bereits stark belasteten Ökosysteme des Mittelmeers.

Sieht schön aus, ist aber mit Vorsicht zu genießen

Seinen Namen verdankt der Rotfeuerfisch den auffälligen rot-weißen Streifen und den fächerförmigen Flossen. Besonders beeindruckend sind seine langen Rücken-, Bauch- und Afterflossen, deren Stacheln ein starkes Gift enthalten. Für Menschen sind Stiche zwar meist nicht lebensbedrohlich, sie verursachen jedoch starke Schmerzen und sollten medizinisch behandelt werden.

Trotz seiner giftigen Stacheln wird der Rotfeuerfisch in einigen Regionen gezielt gefangen. Sein Fleisch ist essbar und gilt sogar als ausgesprochen schmackhaft. Fachleute diskutieren deshalb, den Fisch stärker als Speisefisch zu vermarkten, um seine Bestände im Mittelmeer einzudämmen.

Meine Erfahrungen

Während meines Praktikums nehmen wir mindestens einmal pro Woche an Lionfish Surveys teil und das zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten. Dabei suchen wir gezielt nach Rotfeuerfischen und dokumentieren ihre Anzahl sowie ihre Fundorte.

Als ich das erste Mal einen Rotfeuerfisch in freier Wildbahn gesehen habe, war das ein ganz besonderer Moment. Seine eleganten Bewegungen und die auffälligen Flossen wirken unter Wasser unglaublich beeindruckend. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass dieses wunderschöne Tier eine ernsthafte Bedrohung für die Artenvielfalt im Mittelmeer darstellt. Gerade dieser Kontrast zwischen faszinierender Schönheit und ökologischer Herausforderung macht den Rotfeuerfisch für mich so spannend.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

Artikel: 86

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