Der Sommer geht langsam zu Ende, die ersten Blätter färben sich und die Tage werden kürzer. Doch auch im September hat die Natur noch einiges zu bieten! Auf Wiesen, an Wegrändern und im Wald lassen sich zahlreiche Wildkräuter, Beeren, Früchte, Samen und Nüsse entdecken. Viele Pflanzen bilden nun Früchte und Samen aus und bereiten sich langsam auf den Winter vor. Wenn du beim nächsten Spaziergang aufmerksam hinschaust, kannst du noch jede Menge essbare tolle Pflanzen entdecken!
Welche Wildkräuter kannst du im September finden?
Viele Wildkräuter, die bereits im Frühling und Sommer zu finden sind, wachsen auch im September noch. Dazu gehören beispielsweise Giersch, Gänsefuß, Dost, Labkraut, Vogelmiere, Gänseblümchen und Wiesenknopf.
Allerdings verändert sich die Natur im Laufe des Monats: Bei manchen Pflanzen werden die Blätter zunehmend härter oder die Blüten verschwinden. Dafür entwickeln sich an anderen Arten jetzt die Samen oder Früchte.
Brennnessel
Bei der Brennnessel lohnt sich im September vor allem der Blick auf die Samen. Sie können bereits seit dem Sommer gesammelt werden und haben einen leicht nussigen Geschmack. Getrocknet lassen sie sich beispielsweise über Müsli oder Salate streuen.
Bei der Samenernte muss man nicht unbedingt mit den Brennhaaren Bekanntschaft machen, mit etwas Vorsicht und geeigneten Handschuhen sollte alles problemlos klappen!

Wegwarte
Eine besonders auffällige September-Pflanze ist die Wegwarte. Ihre hellblauen Blüten findet man häufig an Wegrändern, auf Wiesen oder an trockenen Standorten. Die Blüten öffnen sich meist am Morgen und schließen sich im Laufe des Tages wieder.
Wenn die Blütezeit im Laufe des Septembers endet, wird die Wurzel interessanter. Getrocknet, geröstet und gemahlen kann sie beispielsweise als Grundlage für einen koffeinfreien Kaffeeersatz verwendet werden!

Gänseblümchen und Wiesenknopf
Auch Gänseblümchen können uns noch bis weit in den Herbst hinein begleiten. Ihre Blüten machen sich nicht nur hübsch auf Wiesen, sondern können auch als essbare Dekoration für Salate oder andere Gerichte verwendet werden.
Der Große Wiesenknopf ist dagegen vor allem an feuchten Wiesen zu finden. Seine dunklen, kugeligen Blütenstände sind leicht zu erkennen und locken immer noch zahlreiche Insekten an.
Löwenzahn
Auch beim Löwenzahn ist die Saison im September noch nicht vorbei. Während die auffälligen gelben Blüten längst verschwunden sein können, steckt die Pflanze ihre Energie zunehmend in ihre Wurzeln.
Diese können im Herbst ausgegraben und beispielsweise als Gemüse zubereitet werden. Getrocknet und geröstet lassen sich Löwenzahnwurzeln außerdem als Kaffeeersatz verwenden.
Welche Beeren und Früchte sind im September reif?
Im September wird es draußen besonders bunt. Viele Pflanzen haben jetzt ihre Früchte ausgebildet und locken mit leuchtenden Farben Vögel und andere Tiere an.
Brombeeren und Himbeeren können je nach Standort teilweise noch gesammelt werden. Gleichzeitig werden jetzt Holunder, Sanddorn, Weißdorn und Kornelkirschen reif.

Schwarzer Holunder
Die dunklen Beeren des Schwarzen Holunders hängen im September in großen Fruchtständen an den Sträuchern. Aus ihnen lassen sich beispielsweise Saft, Sirup oder Marmelade herstellen.
Holunderbeeren sollten nicht roh gegessen werden. Sie können im rohen Zustand unter anderem Übelkeit und Durchfall verursachen und sollten deshalb vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden.
Sanddorn
An sonnigen Standorten kann man jetzt die leuchtend orangefarbenen Sanddornbeeren entdecken. Die kleinen Früchte schmecken intensiv süß-säuerlich und sind besonders für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt.
Sanddorn lässt sich beispielsweise in Müslis oder Smoothies verwenden. Beim Sammeln ist allerdings etwas Geduld gefragt, denn die Beeren sitzen zwischen langen Dornen.
Kornelkirsche
Auch die Kornelkirschen sind im September erntereif. Ihre Früchte sind dann dunkelrot und süß und lösen sich leicht vom Strauch.
Unreife Kornelkirschen schmecken dagegen noch sehr sauer. Reif können sie ähnlich wie andere Früchte verarbeitet werden – beispielsweise zu Marmelade oder Kompott.
Weißdorn
Die kleinen roten Weißdornbeeren haben einen eher mehligen und süßlichen Geschmack. Sie können frisch verwendet oder beispielsweise getrocknet und zu Tee verarbeitet werden.
Der Weißdorn ist außerdem eine wichtige Nahrungspflanze für verschiedene Tiere. Beim Sammeln sollte deshalb immer etwas für die tierischen Bewohner der Sträucher übrig bleiben.

Äpfel und Birnen
Im September beginnt außerdem die große Obsternte. Immer mehr Äpfel und Birnen werden reif und können auf Streuobstwiesen oder an freigegebenen Obstbäumen gesammelt werden.
Aus überschüssigem Obst lässt sich viel machen. Es kann getrocknet, eingekocht oder zu Mus, Saft oder Kompott verarbeitet werden. Besonders praktisch sind dafür frei zugängliche Streuobstwiesen oder sogenannte Mundraub-Flächen, an denen das Ernten ausdrücklich erlaubt ist.
Was kannst du im September im Wald sammeln?
Nicht nur Beeren und Kräuter sind jetzt interessant. Im Wald beginnt die Zeit der Nüsse und Samen.
Haselnüsse und Walnüsse
Haselnüsse und Walnüsse sind vielerorts wild zu finden. Im September fallen die ersten reifen Nüsse zu Boden und können gesammelt werden.
Damit sie nicht schimmeln, sollten die Nüsse anschließend gut getrocknet und luftig gelagert werden. So kannst du dir einen kleinen Vorrat für den Winter anlegen.
Bucheckern
Unter Buchen liegen im September häufig die kleinen dreikantigen Bucheckern. Sie sind eine wichtige Nahrung für viele Waldtiere, können aber auch vom Menschen genutzt werden.
Rohe Bucheckern sind allerdings eher unbekömmlich. Wer sie essen möchte, sollte sie deshalb vor dem Verzehr erhitzen, beispielsweise durch Rösten.
Esskastanien
Auch die ersten Esskastanien können im Herbst zu Boden fallen. Hier ist allerdings besondere Vorsicht bei der Bestimmung wichtig: Esskastanien dürfen nicht mit den nicht essbaren Rosskastanien verwechselt werden.

Warum ziehen sich viele Pflanzen jetzt in ihre Wurzeln zurück?
Der September ist eine Übergangszeit. Während die Pflanzen im Frühjahr und Sommer vor allem oberirdisch wachsen, bereiten sie sich jetzt langsam auf die kalte Jahreszeit vor.
Bei vielen mehrjährigen Pflanzen werden Nährstoffe und Reservestoffe zunehmend in die Wurzeln verlagert. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben später ab, während die Wurzeln den Winter überdauern.
Deshalb können im Herbst beispielsweise die Wurzeln von Löwenzahn oder Wegwarte interessant sein. Trotzdem sollte man beim Ausgraben besonders vorsichtig sein. Wer eine ganze Pflanze samt Wurzel entfernt, kann sie nicht einfach weiterwachsen lassen.
Worauf solltest du beim Sammeln achten?
Wildpflanzen zu sammeln kann eine tolle Möglichkeit sein, die Natur genauer kennenzulernen. Gleichzeitig solltest du dabei verantwortungsvoll vorgehen.
- Sammle nur Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst. Viele essbare Arten haben giftige Doppelgänger.
- Sammle möglichst sparsam. An einer Stelle sollte höchstens etwa ein Drittel der vorhandenen Pflanzen gesammelt werden.
- Lass genug für die Tiere übrig. Beeren, Samen und Früchte sind wichtige Nahrung für Vögel, Insekten und andere Wildtiere.
- Meide stark befahrene Straßen und belastete Flächen.
- Achte auf geschützte Pflanzen und Naturschutzgebiete. Dort gelten teilweise besondere Regeln oder Sammelverbote.
- Nutze ein gutes Bestimmungsbuch oder eine zuverlässige Pflanzen-App, wenn du dir bei einer Art unsicher bist.
- Informiere dich vor dem Verzehr über die jeweilige Pflanze. Manche Arten sind giftig oder nur unter bestimmten Bedingungen essbar.
Gerade bei Wildpflanzen gilt: Wenn du nicht hundertprozentig sicher bist, lass die Pflanze lieber stehen.
Also: Augen auf beim nächsten Herbstspaziergang! Vielleicht entdeckst du dabei mehr, als du erwartet hast!
Quellen
- Smarticular – Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im September
- LBV – Naturkalender: September
- Kostbare Natur – Diese Wildkräuter kannst du im September sammeln
- Kräuterkeller – Wildkräuter sammeln im September 🍁 Pflanzen sicher erkennen
- Utopia – 4 essbare Wildpflanzen, die du im Herbst sammeln kannst
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