Auf den Galapagos-Inseln lebt ein unglaubliches Tier: Die Galapagos-Riesenschildkröte. Erfahre in dieser Folge der Fantastischen Fakten, was sie so einzigartig macht und warum gerade hier Artenschutz erfolgreich war.
Reptil der Extreme
Die Galapagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra) gehört zu den Reptilien – und sie ist nicht nur besonders groß, sondern auch sehr faszinierend.
Sie gehört zur Familie der Landschildkröten. Ursprünglich umfasste die Art 15 Unterarten, heute sind es jedoch nur noch 10. Dazu gehören z.B. die Alcedo-Riesenschildkröte, die Cerro-Azul-Riesenschildkröte oder die Santiago-Riesenschildkröte.

Und wie du bestimmt schon vermutet hast: Sie leben auf den Galapagos-Inseln. Das ist eine Inselgruppe etwa 1000 km westlich von Südamerika, südlich des Äquators. Die Galapagos-Inseln gehören zu Ecuador. Die meisten Tiere und Pflanzen dort sind besonders einzigartig und deswegen besonders geschützt.
Die Galapagos-Riesenschildkröten sind endemisch. Das heißt, sie kommen nur auf den Galapagos-Inseln vor. Und nicht nur das: Jede Unterart hat einen ganz spezifisches Verbreitungsgebiet. Z.B. lebt die Alcedo-Riesenschildkröte auf der Insel Isabela, am 1130 Meter hohen Alcedo-Vulkan. Die Santiago-Riesenschildkröte kommt dagegen auf der Insel Santiago vor.
Entsprechend ist auch der Lebensraum unterschiedlich. Er reicht von Dornbüschen und Kakteen über Büsche hin zu Laubwald, von Tiefland in Küstennähe bis zu tropischen Wäldern.
Eines ist aber typisch: Die ausgewachsenen Männchen bevorzugen höher gelegene Lebensräume, die Weibchen halten sich besonders zur Eiablage eher in Küstennähe auf. Dort leben auch die Jungtiere zunächst.
Die Nahrungspalette der Galapagos-Riesenschildkröte umfasst u.a. Gräser, Kräuter, Büsche, Beeren, Kakteen usw.

Größer, älter, faszinierender
Die Riesenschildkröte bricht gleich mehrere Superlative:
Sie werden bis zu 95 cm (Männchen) bzw. 80 cm (Weibchen) groß. Ein in Gefangenschaft lebendes Tier erreichte sogar eine unglaubliche Körperlänge von 135 cm. Damit zählen die Galapagos-Riesenschildkröten zu den größten unter den Landschildkröten.
Auch das Gewicht ist enorm: Der Rekord liegt bei 420 kg, allerdings war dies ein in Gefangenschaft lebendes Männchen. Tiere in Freiheit werden eher 300 bis unter 400 kg schwer.
Zudem können die Tiere sehr alt werden. In einem Zoo in Queensland/Australien wurde ein Tier, das auf den Galapagos-Inseln geboren wurde, 175 Jahre alt! In Freiheit werden die Tiere jedoch eher 100 bis 130 Jahre alt.
Doch nicht nur die einzelnen Tiere werden sehr alt. Auch die Galapagos-Riesenschildkröte an sich zählt zu den ältesten Tierarten der Welt – es gibt sie bereits seit über 250 Millionen Jahren.

Paarung, Nachwuchs und ein unaufgeregtes Leben
Geschlechtsreif werden die Giganten erst im Alter von 20 bis 30 Jahren. Nach der Paarung wandern die Weibchen in die Küstengebiete, um dort ihre Eier abzulegen. Pro Nisthöhle werden 5-7 Eier gelegt und die Höhle mit Erde bedeckt. Die Weibchen kümmern sich dann nicht mehr um die Eier.
Es dauert bis zu 250 Tage, bis die Jungtiere schlüpfen. Oft bleiben sie dann noch für rund 30 Tage in der Nisthöhle, bevor sie sich auf den Weg an die Oberfläche machen.
Ansonsten verläuft das Leben der Riesenschildkröten eher unaufgeregt: Bis zu 16 Stunden pro Tag verbringen sie im Schlaf, Rivalitäten zwischen männlichen Tieren gibt es kaum. Ihre „Kämpfe“ sind harmlos: Sieger ist, wer seinen Kopf weiter nach oben strecken kann.
Die Tiere sind auch sehr genügsam und können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Ihr Stoffwechsel ist sehr langsam und sie können Nahrung gut speichern.
Die Riesenschildkröten bewegen sich zwar langsam, können an einem Tag aber trotzdem eine Wanderung von mehreren Kilometern Länge zurücklegen.

Erfolgreicher Artenschutz
Nach der Entdeckung der Galapagos-Inseln wurden leider 5 der damals 15 Unterarten ausgerottet.
Heutzutage sind die Tiere geschützt und seit 1960 läuft ein Artenschutzprogramm, das inzwischen über 2500 Jungtiere erfolgreich aufgezogen und ausgewildert hat. Zudem werden über das Projekt Neophyten bekämpft und Gelege geschützt.
Auf der Insel Floreana gelang es sogar, die Riesenschildkröten nach über 150 Jahren Abwesenheit wieder anzusiedeln. Nachdem diese Art als erste verschwand, trägt sie nun dazu bei, ganze Ökosysteme wiederherzustellen. Dazu war ein jahrelanges Zuchtprogramm notwendig. Dabei wurden Tiere mit einem Genpool, der möglichst nahe an die ausgestorbenen Floreana-Riesenschildkröten herankam, gezüchtet. Parallel wurde ein Großteil der invasiven Arten – darunter Ratten und verwilderte Katzen – von der Insel entfernt. Daraufhin erholten sich heimische Vogelarten, Schnecken, Echsen und Geckos. – Ein erfolgreiches Artenschutzprojekt, das ein ganzes Ökosystem wiederherstellen konnte.
Quellen
Goruma: „Riesenschildkröte“, unter https://www.goruma.de/tiere/schildkroeten/riesenschildkroete (Zugriff am 19.3.2026)
Utopia: „Good News: Die Riesenschildkröte von Galapagos ist zurück“, vom 18.3.2026, unter https://utopia.de/news/good-news-die-riesenschildkroete-von-galapagos-ist-zurueck-v2_911074/ (Zugriff am 19.3.2026)
Herz für Tiere: „Galapagos-Riesenschildkröten: Gigantische Lebensweise und das tragische Erbe vom einsamen George“, vom 26.5.2025, unter https://herz-fuer-tiere.de/wildlife/galapagos-riesenschildkroeten-gigantische-lebensweise-und-das-tragische-erbe-vom-einsamen-george (Zugriff am 19.3.2026)
Biologie-Schule: „Die Galapagos-Riesenschildkröte: Steckbrief“, unter https://www.biologie-schule.de/galapagos-riesenschildkroete-steckbrief.php (Zugriff am 19.3.2026)
Grafik: Karte „Galapagos-Inseln“, Wikimedia Commons von Kevin Gepford, unter https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gal%C3%A1pagos_tortoise_distribution_map.svg (Download am 19.3.2026)






