In der heutigen Folge der Fantastischen Fakten dreht sich alles um Schafe. Du denkst, du weißt schon viel über diese bekannten Tiere? Aber hast du auch gewusst, dass sich Schafe über 50 Gesichter ihrer Artgenossen merken können und noch einiges mehr an tollen Fähigkeiten auf Lager haben? Das und noch mehr erfährst du in dieser Story.
Kleine Artenkunde
Schafe gibt es auf allen Kontinenten, außer auf der Antarktis. Sie sind die ersten Tiere in der Geschichte, die von Menschen domestiziert, also als Haustiere gehalten wurden. Bereits um 8000 vor Christus begannen die Menschen, die ersten Hausschafe zu halten.
Weltweit gibt es heute über 800 Haustierrassen sowie 20 wilde Arten.
Schafe sind allgemein sehr anpassungsfähig und kommen in allen Klimazonen, von flachen, wüstenähnlichen Gegenden bis hin zum Gebirge vor.
Die meisten Schafe leben heute in Argentinien, Australien und Asien. Und es gibt sogar Länder, in denen mehr Schafe als Menschen wohnen! Z.B. in Australien, den Falklandinseln, Island, Irland, Mauretanien, der Mongolei, Namibia, Neuseeland, Turkmenistan, dem Sudan und Urugay.
Inzwischen leben die allermeisten Schafe domestiziert und nur ein Teil lebt wild. Das Schaf ist sogar das am weitesten verbreitete Haustier weltweit.
Sie sind Herbivoren, d.h. reine Pflanzenfresser. Gras, Kräuter, aber auch Äste, Samen und Körner, Heu oder Knollen lassen Schafsherzen höher schlagen. Übrigens: Die meiste Zeit des Tages verbringen Schafe mit Fressen.
Wenn du einem Schaf in die Augen schaust, fallen dir bestimmt zwei Merkmale auf: Die Augen sind seitlich angeordnet. Und sie haben langgezogene, waagrechte Pupillen, genauso wie Ziegen. Dadurch haben Schafe ein sehr großes Sehfeld. Das ist sehr nützlich, denn Schafe sind Fluchttiere.
Schafe sind sehr sanft und sozial. Sie pflegen Freundschaften und trauern um verstorbene Mitglieder ihrer Herde.

Bock, Widder, Hammel, Zibbe?
Diese Begriffe können vielleicht für Verwirrung sorgen. Aber so schwierig ist es gar nicht: Männliche Schafe werden auch Bock oder Widder genannt. Ein Hammel ist ein kastriertes Schaf, das älter als ein Jahr alt ist
Weibliche Schafe nennt man dagegen Mutterschaf, Aue oder Zibbe. Und als Lämmer bezeichnet man den Schafnachwuchs, der jünger als ein Jahr alt ist.
Ganz schön klug
Schafe sind richtig klug. Sie können bewusste Entscheidungen treffen. Ihr Gehirn ist etwa so groß und ganz ähnlich strukturiert wie das Gehirn einiger Primatenarten. Leckeres Gemüse im Garten nebenan? Die Tiere sind in der Lage, gezielt Strategien zu entwickeln, um große Absperrungen zu überwinden und einen Plan zu verfolgen.
Sie erinnern sich an Wasserstellen und Weideplätze und haben zudem eine Vorliebe für Sauberkeit. So meiden Schafe in der Regel Bereiche, die mit Kot verunreinigt sind.
Schafe erkennen sogar unterschiedliche Farben und können sich eine Entscheidung über mehrere Wochen merken. Sie erkennen Fehlentscheidungen und können diese korrigieren. D.h. sie können aus ihren Fehlern lernen und Erlerntes sogar auf neue Situationen übertragen.
Aus ihrer Herde merken sie sich bis zu 50 Gesichter. Auch die Gesichter von bis zu 10 Menschen können sie sich merken – und zwar jeweils über zwei Jahre oder länger. D.h., wenn dich ein Schaf mag und du kommst nach zwei Jahren Pause wieder, wird es dich mit großer Wahrscheinlichkeit wiedererkennen.
Junge Lämmer erkennen bereits 12 Stunden nach der Geburt ihre Mutter an ihrem Aussehen und ihrer Stimme.
Schafe reagieren auch sehr empfindlich auf Wetterumschwünge und werden nervös, wenn ein Gewitter im Anmarsch ist.
Bei Krankheiten können Schafe sich selbst heilen. Sie verfügen, wie einige andere Wildtiere, über ein angeborenes Wissen und essen instinktiv diejenigen Wildkräuter, die ihnen in der jeweiligen Situation helfen. Hat ein Tier z.B. Würmer, fressen sie bestimmte Pflanzen mit Bitterstoffen und heilen sich damit von innen.

Soziales Verhalten, Kommunikation und Freundschaften
Das ist noch nicht alles.
In Studien wurde nachgewiesen, dass Schafe Gefühle empfinden können. Wut, Angst, Verzweiflung, Langeweile, Ekel und natürlich Glück kennen sie.
Und sie kommunizieren auch. Dazu nutzen sie ihre Körperhaltung, Ohrenstellung, Bewegungen oder verschiedene Laute.
Schafe haben unterschiedliche Charaktereigenschaften. Manche sind schüchterner, andere abenteuerlustiger. Dadurch bilden die Mitglieder einer Herde verschiedene Gruppen und entwickeln Freundschaften mit Tieren, die ihnen sympathisch erscheinen.

Erstaunliche Sinne
Hast du gewusst, dass Schafe sozusagen mit den Füßen riechen? An ihren Hufen haben sie bestimmte Drüsen, mit denen sie Gerüche aufnehmen können.
Dank ihrer weit auseinanderliegenden Augen sehen sie sehr gut, auch das, was sich neben oder sogar hinter ihnen befindet. Ganz schön praktisch, sie müssen sich dazu nicht einmal umdrehen!
Auch das Gehör der Schafe ist hervorragend. Sie können auch hohe Frequenzen gut wahrnehmen.

Quellen
Vier Pfoten / Stiftung für Tierschutz Hamburg: „10 Fakten über Schafe – Faszinierendes und Überraschendes rund um das Schaf“, unter https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/nutztiere/schafe/10-fakten-ueber-schafe (Zugriff am 1.4.2026)
Peta Deutschland e.V.: „Das Schaf: 7 spannende Fakten über Schafe“, unter https://www.petakids.de/schafe/ (Zugriff am 1.4.2026)
Tiergalaxie: „Schaf: Warum frisst es sich gesund?“, unter https://www.tiergalaxie.de/schaf-steckbrief-und-fun-facts/ (Zugriff am 1.4.2026)
Peta Deutschland e.V: „Das Schaf: 10 faszinierende Fakten über Schafe“ vom 13.5.2024, unter https://www.peta.de/themen/schafe/ (Zugriff am 1.4.2026)
Millionenfakten/ Dagmar Richter: „37 interessante Fakten über Schafe“ vom 8.6.2023, unter https://millionenfakten.de/37-interessante-fakten-ueber-schafe (Zugriff am 1.4.2026)





