„Es ist auch deine Welt“ – unter diesem Motto traf sich am vergangenen Wochenende das Aktions- und Redaktionsteam der WWF Jugend im idyllischen Dahn in Rheinland-Pfalz, um neue Projekte zu planen. Ihr könnt euch auf viele großartige Neuheiten freuen:
- Es wird ab jetzt wieder mehr Mitmachmöglichkeiten, Naturschutzeinsätze und WWF Jugend Treffen vor Ort geben. Ein Highlight, das du dir jetzt schon in den Kalender eintragen kannst: unser Young Activists Workshop Anfang Mai in Sachsen-Anhalt.
- Außerdem wollen wir regelmäßig Online-Sessions über Aktivismus, Natur- und Klimaschutz anbieten.
- Wir werden unsere Online-Community neu aufbauen und das Engagement in unserem Netzwerk deutlich vereinfachen.
- Wir steigen ein in das wichtige Thema Tiefseebergbau. Um Menschen über die drohende Zerstörung der Tiefsee zu informieren, werden wir u.a. ein Krimi-Dinner entwickeln.
- Wir wollen mehrere Clean Ups organisieren, um ein Zeichen gegen die Plastikvermüllung zu setzen – auch hier kann jede:r mitmachen.
- Die nächste Podcast-Staffel steht auch in den Startlöchern, und wir wollen außerdem mehr Videos über unsere Themen veröffentlichen.
- Nach dem Vorbild der Erlebnistouren des WWF wollen wir eine WWF Jugend-Erlebnistour organisieren. Die erste Tour planen wir in der Fränkischen Schweiz – dort wollen wir klettern und die Welt der Fledermäuse erkunden.
Neben Präsentationen, weiterführenden Gesprächen und Projektentwicklung blieb natürlich auch genug Zeit für Spiel, Spaß und Natur. Obwohl die Gruppe dieses Mal nur elf Leute zählte, mangelte es in keiner Weise an Produktivität, Motivation und humorvollen Momenten. Nicht schlecht staunten wir insbesondere über die beeindruckenden Felsen und dichten Wälder, die typisch für die Region des Pfälzer Waldes sind. So konnten wir also mit guter Laune in das ereignisreiche Wochenende starten.
Wie läuft so ein Treffen eigentlich ab?
Falls du auch Lust auf so ein Treffen hast und dich fragst, wie das so abläuft: Ich war dieses Mal auch zum ersten Mal dabei, und ich fühlte mich gleich super integriert. Wir begannen zunächst mit kurzen Spielen zum Kennenlernen, um entspannt in den Abend zu starten. Im Verlauf des Treffens gab es dann einige Themen, zu denen wir uns austauschten. Wir diskutierten darüber, wie es mit der Online-Community weitergehen soll. Denn obwohl immer mehr Menschen unsere Website aufrufen, nimmt die Aktivität in der Community ab. Daher werten wir gerade Umfragen und Analysen aus und werden mit dem neuen Jahr einen neuen Weg starten. Wir müssen noch ein paar technische Fragen klären, geben euch aber auf jeden Fall bald einen konkreten Ausblick, wie es mit der Community weitergeht. Unser Ziel ist es, die WWF Jugend an die Bedürfnisse der jüngeren Generation so anzupassen, dass euch der Einstieg in unsere Community so leicht wie möglich gemacht wird.
Am nächsten Morgen standen einige von uns besonders früh auf, um sich den Sonnenaufgang auf dem Felsen neben der Jugendherberge nicht entgehen zu lassen. Der Anstieg erforderte Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, doch der Ausblick war eine tolle Belohnung. Nach dem Frühstück bekamen wir einen Vortrag von WWF-Expertin Hanna zum UN-Plastikabkommen. Das interstaatliche Verhandlungskommitee fand bisher keine Einigung, weshalb es im nächsten Jahr zum nächsten Gipfel („INC-5.4“) kommen wird. Das weitere Herauszögern eines globalen und rechtlich bindenden Abkommens könnte allerdings die Plastikkrise stark verschlimmern, weshalb schnelles Handeln notwendig ist.
Nach diesem spannenden Vortrag trafen wir uns per Videocall mit Jos, ebenfalls vom WWF-Kampagnenteam. Jos brachte uns die Problematik des Tiefseebergbaus näher. Die Förderung von Mangan und anderen Rohstoffen gefährdet die Lebensräume in den Tiefen der Ozeane. Hinzu kommt die Lärmverschmutzung, die viele Tierarten stresst. Die meisten Menschen wissen von diesen Problemen gar nicht. Deshalb wollen wir für die Tiefsee aktiv werden und Menschen für diese einzigartige Welt begeistern.
Wie diskutiert man mit Klimaleugnern?
Ganz praktisch ging es weiter beim Workshop zum Thema „herausfordernde Gesprächssituationen an Infoständen“. Wir nahmen verschiedene Rollen ein und probierten aus, wie wir am besten auf rassistische, sexistische oder gleichgültige Aussagen reagieren können. Diese Übung war für alle sehr unterhaltsam und aufschlussreich, sodass wir uns nun deutlich besser vorbereitet fühlen.
Ein weiteres Highlight war die vierstündige Luchstour mit Natur-Guide Lena. Während der Wanderung erzählte sie uns spannende Fakten über diese schönen Tiere und stellte sehr anschaulich dar, wie die aktuelle Wiederansiedlung dieser Großkatzen abläuft, was den Luchs bedroht und was dieses Tier so einzigartig macht. Wusstest du, dass ein Luchs aus dem Stand sieben Meter weit springen kann? Besonders interessant waren Lenas Geschichten über bestimmte Luchse, wie beispielsweise „Lucky“, der sich in einem Wildgehege einen wilden Kampf mit einem anderen männlichen Luchs geliefert hatte.
Bei jedem Treffen gibt es auch eine Planungsphase. In Arbeitsgruppen entwickelten wir Aktionsideen. Genial, wie man gemeinsam auf viele kreative und vielversprechende Ideen kommt. Doch neben der Kopfarbeit gab es auch ganz praktisch etwas zu tun:
Wir mussten noch den „Kartenhaus-Stunt“ für Straßburg vorbereiten und die selbstgemalten Natur-Motive aufkleben. Obwohl es anstrengend war, fanden wir doch unseren Spaß daran, und durch tolles Teamwork konnten wir die fünfzehn Karten schnell fertigstellen. Erschöpft saßen wir daraufhin mit leckeren Snacks am Lagerfeuer und genossen das Gefühl, etwas Großes geschafft zu haben.

Am Sonntagmorgen stellte jede Arbeitsgruppe ihr Projekt vor. Dabei sammelten wir alle gemeinsam weitere Ideen. Für jede:n von uns war es sehr spannend zu hören, was sich andere überlegt hatten, und mit viel Vorfreude können wir nun ins nächste Halbjahr starten. Danach mussten wir uns leider bereits voneinander verabschieden und nach und nach trennten sich unsere Wege. Einige von uns fuhren gemeinsam weiter nach Straßburg, um dort am Montag mit dem „Kartenhaus-Stunt“ vor dem EU-Parlament zu zeigen, dass in der Natur alles aufeinander aufbaut – letztlich auch unsere Lebensgrundlagen – und dass deshalb die Naturschutzgesetze nicht abgeschwächt werden dürfen.
Dieses Workshop-Wochenende hat uns gezeigt, dass es nicht viele Hände braucht, um aktiv für den Umweltschutz einzustehen, sondern eifrige. Gemeinsam konnten wir in kurzer Zeit viel Ideen entwickeln und können sie bald auch umsetzen. Für mich als neues Mitglied des Aktions- und Redaktionsteam war es auch eine besonders schöne Erfahrung, da ich mit Offenheit und Integration empfangen wurde und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Treffen. 🙂
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