Bienenfreundliche Pflanzen säen (Tipp der Woche)

Bienen spielen eine entscheidende Rolle für unsere Umwelt, denn sie bestäuben viele Pflanzen und sichern damit die Produktion von Obst, Gemüse und Samen. Doch durch intensive Landwirtschaft, versiegelte Flächen und monotone Gärten finden sie immer weniger Nahrung. Eine einfache Möglichkeit zu helfen, ist das Anlegen einer sogenannten Bienenweide, also eines Bereichs mit bienenfreundlichen Pflanzen. Welche Pflanzen du dafür anpflanzen und säen kannst, erfährst du in diesem neuen Tipp der Woche!

Was sind bienenfreundliche Pflanzen?

Bienenfreundliche Pflanzen sind Blühpflanzen, die besonders viel Nektar und Pollen produzieren. Diese dienen Bienen, Hummeln und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Wichtig ist dabei vor allem die Vielfalt: Damit Bienen möglichst das ganze Jahr über Nahrung finden, sollten Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten kombiniert werden. Außerdem sollten möglichst ungefüllte Blüten gewählt werden, da gefüllte Zuchtformen oft keinen Nektar oder Pollen mehr enthalten und für Bienen daher nutzlos sind. Besonders geeignet sind heimische Wildblumen und -stauden, da sie an die Umwelt angepasst und pflegeleicht sind.

Beispiele für bienenfreundliche Pflanzen

Es gibt viele Pflanzen, die sich gut für eine Bienenweide eignen. Borretsch, auch Gurkenkraut genannt, bildet von Juni bis zum Frost viele nektarreiche Blüten. Buchweizen wächst schnell und liefert ebenfalls viel Nektar. Kapuzinerkresse bietet bunte, essbare Blüten und ist besonders vielseitig.

Auch Katzenminze ist eine wertvolle Pflanze, da sie von Juli bis September blüht und zusätzlich durch ihren Duft sogar Mücken fernhalten kann! Klee ist eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten und kann sogar im Rasen stehen bleiben. Kornblumen und Malven bieten mit ihren auffälligen Blüten ebenfalls reichlich Nahrung.

Besonders beliebt bei Bienen ist die Phazelie, die nicht umsonst „Bienenfreund“ genannt wird. Ringelblumen sind pflegeleicht und blühen lange bis in den Herbst hinein. Sonnenblumen liefern durch ihre vielen kleinen Einzelblüten besonders viel Nektar. Für die frühe Jahreszeit ist die Winterheide wichtig, da sie bereits im Winter und zeitigen Frühjahr Nahrung bietet.

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Wie sät man bienenfreundliche Pflanzen aus?

Beim Aussäen kommt es auf den richtigen Zeitpunkt, Standort und Boden an. Die beste Zeit für die Aussaat vieler Pflanzen liegt im Frühling, meist zwischen April und Juni. Einige einjährige Mischungen können auch noch bis in den Sommer hinein ausgesät werden. Wichtig ist, nicht zu früh zu säen, da junge Pflanzen frostempfindlich sind.

Der Standort sollte möglichst sonnig und windgeschützt sein, da die meisten bienenfreundlichen Pflanzen viel Licht benötigen. Auch der Boden spielt eine große Rolle: Er sollte gut vorbereitet, locker und feinkrümelig sein, damit die Samen gut keimen können. Oft gedeihen diese Pflanzen sogar besser auf nährstoffarmen Böden, weshalb auf zusätzliches Düngen verzichtet werden sollte.

Beim Säen werden die Samen entweder leicht in die Erde eingearbeitet oder, bei sogenannten Lichtkeimern, nur angedrückt. Wichtig ist außerdem, genügend Abstand zwischen den Pflanzen zu lassen, damit sie sich gut entwickeln können. Nach der Aussaat sollte die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht.

Pflege und weitere Tipps

Eine Bienenweide ist meist pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen ist vor allem in der Anfangsphase wichtig. Viele Pflanzen säen sich später selbst aus und kommen im nächsten Jahr wieder. Bei mehrjährigen Pflanzen entwickeln sich die vollen Blüten oft erst ab dem zweiten Jahr.

Zusätzlich kann man den Garten noch bienenfreundlicher gestalten, indem man verblühte Pflanzen im Herbst stehen lässt. Diese dienen vielen Insekten als Überwinterungsort. Auch Totholz, Steine oder kleine Wasserstellen bieten Lebensraum für Bienen und andere Tiere.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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