Naturfotografie mit Marcel – Tiere und Momente der Natur festhalten

Naturfotografie kann uns helfen, Tiere und Landschaften aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen. Fotos halten besondere Momente fest, die man in der Natur oft nur für einen kurzen Augenblick beobachten kann. Gleichzeitig können solche Bilder Menschen dazu inspirieren, sich mehr mit der Natur zu beschäftigen und sie besser zu schützen. Marcel berichtet heute davon, wie er mit dem Fotografieren begonnen hat, welche Tiere und Motive ihn besonders faszinieren und warum Naturfotografie auch für den Naturschutz eine wichtige Rolle spielen kann.

Wer ist Marcel?

Marcel ist begeisterter Naturfotograf und engagiert sich im Redaktions- und Aktionsteam der WWF Jugend! Besonders gerne verbringt er Zeit draußen, um Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu fotografieren. Dabei versucht er, besondere Momente der Natur einzufangen und sie mit anderen Menschen zu teilen. Auf seinem YouTube-Kanal „Wild Vision“ veröffentlicht er Videos über seine Erlebnisse in der Natur, seine Fotografie und Begegnungen mit Wildtieren. In seinem ersten YouTube-Video gibt er einen Einblick in seine Arbeit und zeigt, wie seine Naturaufnahmen entstehen!

Wie bist du zur Naturfotografie gekommen?

Während ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe, bin ich morgens immer früh aufgestanden für einen Spaziergang. Dabei habe ich dann oft einen Fuchs gesehen. Ich wollte ihn unbedingt auch anderen zeigen, meine Handykamera war aber zu schlecht. Zum Glück konnte ich mir von meiner Freundin eine (aber mit kurzer Brennweite) ausleihen. Nur einen Monat später hatte ich eine eigene mit Teleobjektiv 😊 Leider konnte ich aber bis heute kein schönes Bild von ihm machen. Das ist aktuell aber in Arbeit!

Erinnerst du dich an dein erstes Naturfoto? Und was hat dich daran begeistert?

Zumindest an eins meiner ersten Bilder. Das Bild, an das ich mich dabei besonders erinnere, ist eine Heuschrecke, welche in mit dem Rücken zu mir gedreht ist und so aussieht, als würde sie zu einem Abenteuer aufbrechen. Da ich gerade mit dem Fotografieren angefangen habe, habe ich mich selbst sehr in diesem Bild gesehen.

Am Anfang habe ich häufiger Heuschrecken fotografiert, da ich auch mit einem kurzen Objektiv nah genug herankam. Es hat echt viel Spaß gemacht, gerade da ich bei den kleinen Tieren viel manuell fokussieren konnte.

Eines von Marcels ersten Bildern! © Marcel Heitkamp

Was fasziniert dich besonders daran, die Natur zu fotografieren?

Momente einzufangen, die man sonst nicht sieht. Aber gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit, die man dadurch erlangt, mit der man generell mehr wahrnimmt.

Eisvogel © Marcel Heitkamp
© Marcel Heitkamp

Welche Motive fotografierst du am liebsten und warum?

Da müsste ich jetzt einige Arten aufzählen… Jede Art und damit Motiv hat ihre Besonderheiten. Ob es der Spaß an einer Herausforderung ist, wie eine Schwalbe beim Trinken zu fotografieren, ein liebevoller Moment unter Füchsen oder auch die Polarlichter. Besonders gerne fotografiere ich auf jeden Fall im Morgenlicht. Auch „gewöhnliche Arten“ wie die Kohlmeise können schöne Motive sein.

Polarlichter © Marcel Heitkamp

Hat die Naturfotografie deine Beziehung zur Natur verändert? Wenn ja, wie?

Auf jeden Fall! Ich beschäftige mich seitdem viel mehr mit der Natur. Ich achte darauf, welche Tiere ich in welchen Lebensräumen sehe, wann ich sie antreffen könnte. Ich habe angefangen Vogelstimmen zu lernen, was auch sehr dabei hilft besonders Vögel zu finden. Beispielsweise der Eisvogel kündigt sich immer sehr gut an.

Eisvogel © Marcel Heitlamp

Gibt es einen besonderen Moment in der Natur, der dich besonders berührt hat?

Der Tag, an dem ich das erste Mal Tarnkleidung verwendet habe…Ich lag auf einem Feld und habe wie immer gewartet, bis ich Füchse in weiterer Ferne sehen konnte. Dabei habe ich das erste Mal gesehen wie eine Fähe (weiblicher Fuchs) sich unterwürfig auf den Boden gelegt und dann gebellt hat. Kurz darauf habe ich gesehen, dass ein weiterer Fuchs in meine Richtung auf dem normalen Weg unterwegs war. Ich habe mich direkt umpositioniert, damit ich möglichst nah an dem Weg und versteckt lag. Und dann war er plötzlich da und hat mich direkt angeguckt. Er ist direkt auf mich zugelaufen, mit soo einem unsicheren Blick im Gesicht. Mir war so kalt gewesen auf dem Feldboden, aber in dem Moment habe ich nichts anderes mehr wahrgenommen als diesen Fuchs. An unsere Blicke die sich durch meine Kamera getroffen haben. Kurz darauf ist er einfach an mir vorbeigelaufen, als wäre nichts. Ich brauchte danach einige Zeit, bis ich mich getraut habe mich umzudrehen und letztendlich wieder aufzustehen.

© Marcel Heitkamp
© Marcel Heitkamp

Kann Naturfotografie helfen, Menschen für den Schutz der Natur zu begeistern?

Auf jeden Fall. Aber ich denke, auch dafür muss vorher eine gewisse Tendenz da gewesen sein. Aber Bilder mit einer Geschichte dahinter, oder auch Bilder, welche zeigen, dass Tiere auch Emotionen haben, verspielt sind, sich gegenseitig liebhaben, sowie unsicher sein können. Auf jeden Fall können solche Bilder vermitteln, dass Tiere großartig sind und damit sie als auch ihre Lebensräume schützenswert sind!

© Marcel Heitkamp

Wie können Fotos dazu beitragen, dass Menschen Tiere und Pflanzen besser verstehen?

Bilder können Eindrücke festhalten. Ob es der Blütenstand verschiedener Pflanzen ist oder kleine Details, welche wichtig sind zur Unterscheidung. Bei Tieren kann man ihr Verhalten zeigen, welches beispielsweise in einem Zoo so nicht beobachtet werden könnte. Damit kann man ihre natürlichen Lebensweisen sehen.

Wie vermeidest du es, Tiere oder Lebensräume beim Fotografieren zu stören?

Ich versuche Möglichst früh an einem Ort zu sein. Also vor den Tieren. Da einige aber auch nachts aktiv sind, ist das manchmal gar nicht so leicht, wie bei Rehen. Wenn ich vor Ort bin nutze ich je nach Tierart Tarnkleidung, um möglichst nicht aufzufallen. Je nach Windrichtung können sie mich auch wittern, was sich leider nicht vermeiden lässt. Um zu einem Ort zu kommen, nutze ich auch befestigte Wege, solange es geht. Die meisten Tiere sind daran gewöhnt, dass wir solche Wege gehen und fühlen sich dadurch seltener gestört. Es kam schon öfter vor, dass wenn ich z.B. ein Reh auf einem Feld gesehen habe, während ich einem Weg gefolgt bin und so getan habe, als würde ich es nicht sehen, es mich zwar beobachtet hat aber ruhig geblieben ist.

Was braucht man außer einer Kamera, um gute Naturfotos zu machen?

Außer einer Kamera braucht man auch ein geeignetes Objektiv. Für die Tierfotografie zum Beispiel ist es Sinnvoll ein Teleobjektiv zu haben, um auf dem Bild möglichst nah heranzukommen. Je nach Interesse unterscheiden sich die Objektive und sind gut für verschiedene Zwecke. Der Rest ist meist optional und auch davon abhängig was due Fotografieren möchtest.

Was würdest du Jugendlichen empfehlen, die mit Naturfotografie anfangen möchten?

Wenn Ihr Landschaften oder Pflanzen fotografieren wollt, könnt ihr bereits viel mit Handys Fotografieren, um zu testen, ob ihr wirklich Spaß daran habt. Für eure erste Kamera solltet ihr euch auf jeden Fall gut informieren, was ihr braucht und haben wollt. Wie bei vielen, kann „billiges“ Equipment den Spaß auch drosseln. Wenn möglich, leiht euch erst einmal irgendwo eine Kamera aus und probiert damit herum.

Was hoffst du für die Zukunft unserer Natur?

Das der Natur mehr Raum gelassen wird, um sich selbst zu regulieren und zu entwickeln. Die Natur ist nicht nur ein schöner, sondern auch wichtiger Ort dessen Funktion wir nicht weiter einschränken sollten. Denn letztendlich sind auch wir abhängig von funktionierenden Ökosystemen, welche die Natur bilden.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema Naturfotografie, kannst du Marcel gerne anschreiben!

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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