Wenn der Winter noch nicht ganz vorbei ist und an manchen Orten sogar noch Schnee liegt, erscheinen plötzlich kleine gelbe Blüten auf Wiesen und in Gärten: die Winterlinge! Der bekannteste Vertreter ist Eranthis hyemalis, er gehört zu den allerersten Pflanzen, die im Jahr blühen und gilt deshalb als einer der frühesten Frühlingsboten. In diesen Fantastischen Fakten erfährst du viele spannende Fakten, die du deinen Freund:innen auf dem nächsten Spaziergang erzählen kannst!
Der Winterling kann den Winter überlisten
Winterlinge können bereits im Februar blühen, manchmal sogar direkt durch eine dünne Schneeschicht hindurch. Die Pflanze wird nur etwa fünf bis fünfzehn Zentimeter hoch, wirkt aber durch ihre leuchtend gelben Blüten besonders auffällig.
Die Blüte sitzt in der Mitte eines auffälligen „Blätterkragens“. Diese drei stark eingeschnittenen Hochblätter wirken wie eine kleine grüne Rosette, in der die schalenförmige Blüte liegt. Bei Sonnenschein öffnen sich die Blüten weit, sodass Insekten den Pollen und Nektar erreichen können. Abends oder bei schlechtem Wetter schließen sie sich wieder, eine Art Schutzmechanismus gegen Kälte.
Ein kurzer Lebenszyklus
Der Winterling hat einen erstaunlich schnellen Jahresrhythmus. Zwischen dem späten Winter und dem Ende des Frühlings erledigt er alles, was für sein Überleben wichtig ist:
- Er blüht und wird bestäubt.
- Er bildet Samen.
- Gleichzeitig speichert er Energie in seinem unterirdischen Rhizom für das nächste Jahr.
Bereits im Mai verschwindet die Pflanze wieder vollständig von der Erdoberfläche und unter der Erde überdauert sie dann bis zum nächsten Winter.

Hilfe von Ameisen bei der Verbreitung
Eine besonders spannende Rolle spielen Ameisen bei der Verbreitung des Winterlings. Die Samen besitzen ein kleines nährstoffreiches Anhängsel, das für Ameisen sehr attraktiv ist. Die Ameisen tragen die Samen in ihre Nester, fressen nur das Anhängsel und lassen den eigentlichen Samen anschließend irgendwo liegen. Auf diese Weise werden die Samen im Garten oder im Wald verteilt. Zusätzlich können Wind und unterirdische Ausläufer zur Ausbreitung beitragen. Deshalb kann aus wenigen Pflanzen innerhalb einiger Jahre ein ganzer gelber Blütenteppich entstehen.

Woher kommt der Winterling eigentlich?
Der Winterling stammt ursprünglich aus Süd- und Südosteuropa sowie aus Teilen Vorderasiens. In Mitteleuropa wurde er wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt. Schon im berühmten Pflanzenbuch Hortus Eystettensis von 1613 ist er abgebildet. Heute hat sich die Pflanze vielerorts etabliert und wächst in Parks, Gärten und teilweise auch verwildert in der Natur.
Wertvoll für Insekten
Für viele Insekten sind Winterlinge im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle. Besonders Wildbienen profitieren von dem frühen Blütenangebot. Etwa 16 Wildbienenarten nutzen den Winterling als Nektar- oder Pollenquelle und der Pollenwert gilt als relativ hoch, was für früh fliegende Insekten wichtig ist. Gerade nach dem Winter sind solche frühen Blüten für viele Tiere überlebenswichtig, da zu dieser Zeit nur wenige Pflanzen Nahrung bieten.
Ein schöner, aber giftiger Frühblüher
So schön der Winterling auch ist, er gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist giftig. Alle Pflanzenteile enthalten Stoffe, die bei Verzehr gesundheitsschädlich sein können, besonders das unterirdische Rhizom. Deshalb sollten Haustiere und kleine Kinder nicht an der Pflanze knabbern.






