Es gibt ein einige Pflanzen, die haben wahre Superkräfte. Allgemein helfen uns Pflanzen, CO2 zu speichern und damit der Klimakrise entgegen zu wirken – aber es gibt ein paar Arten, die leisten besonders viel. Andere haben eine ganz eigene Technik, der Klimaerwärmung zu begegnen. Darum soll es in dieser Folge der Fantastischen Fakten gehen.
Aber lies selbst, über welche Superkräfte manche Pflanzen verfügen.

Neptungras
Anders als es der Name vermuten lässt, ist das Neptungras kein wirkliches „Gras“. Es ist eine Samenpflanze, die im Mittelmeer wächst und lange, bandförmige Blätter hat. Es kommt bis in Tiefen von rund 40 Metern vor.
In Seegraswiesen schafft es Lebensraum für unzählige Arten wie Fische, Krebse oder Weichtiere. Und es speichert sehr viel CO2. Ähnlich wie Wälder an Land sind auch Seegraswiesen regelrechte „grüne Lungen“. Und sogar mehr als das: Auf der gleichen Fläche können Seegraswiesen doppelt so viel CO2 speichern wie tropische Regenwälder.
Pro Quadratmeter kann Neptungras jährlich bis zu 3 Kilogramm CO2 speichern – und über Jahrtausende in den Boden einlagern.
Und es kann uns noch auf eine andere Art helfen, unsere Emissionen zu senken: Wird Neptungras getrocknet, ist es ein wunderbares und sehr effektives Dämmmaterial für Gebäude und kann klimaschädlichere Materialien ersetzen.
Allerdings wächst Neptungras sehr langsam und jährlich gehen rund 1,5% der Seegraswiesen, darunter auch die Neptungraswiesen, durch menschliche Eingriffe, Küstenerosion, Verschmutzung, Klimawandel und invasive Arten verloren.

Robinie
Bäume kühlen ihre Umgebung, das ist bekannt. Forscher:innen haben jedoch herausgefunden, dass nicht alle den gleichen Beitrag in Bezug auf Klimawandel und Klimaanpassung leisten. Es gibt Arten, die haben eine besonders starke Wirkung. Dazu zählt die Robinie. Robinien haben einen besonders starken kühlenden Effekt auf die Umgebung – das ist besonders in den zunehmenden Hitzewellen von Bedeutung.
Gerade, wenn es besonders trocken und heiß ist, wirken Robinien wie eine Art riesige Klimaanlage. Und zwar eine ökologische Klimaanlage. Sie kühlen die Luft in ihrer Umgebung sowie den Boden. Dabei kühlen sie nicht nur „ein bisschen“. Obwohl sie sehr genügsam sind und kaum Wasser benötigen, kann ein einzelner Baum es locker mit der Kühlleistung von bis zu 10 Klimaanlagen aufnehmen.
Praktisch, dass die Bäume gegenüber Hitze und Trockenheit sehr tolerant und allgemein anspruchslos sind, mit Luftverschmutzung und Salz gut zurecht kommen und zudem noch schnell wachsen. Aber die Robinie, die ursprünglich in Nordamerika heimisch ist, ist auch umstritten: Sie unterwandert teilweise Waldbestände, gilt als sehr giftig und da sie viel Stickstoff bindet, kommt es zu einem Düngeeffekt und einer veränderten Artenzusammensetzung im Umfeld.

Mangroven
Bleiben wir bei den Bäumen. Mangroven sind in unseren Breiten zwar nicht zu Hause – aber auch sie haben wahre Superkräfte. Ein Mangrovenwald speichert auf derselben Fläche bis zu viermal so viel CO2 wie ein tropischer Regenwald.
Mangroven kommen an den Küsten in Australien, Asien, Afrika und Amerika vor, oft im Gezeitenbereich. Die meisten Mangroven wachsen in Indonesien.
Das Geniale dabei ist: Mangroven haben die Fähigkeit, das CO2 über viele Hundert Jahre im Boden zu speichern. Gleichzeitig schützen die Wurzeln der Mangroven die Küsten vor Erossion und bilden einen wertvollen und einzigartigen Lebensraum. Und noch etwas: Mangroven können Salzwasser aufnehmen. Sie filtern es und machen es für sich nutzbar.
Leider sind auch Mangrovenwälder gefährdet. Gründe dafür sind die Klimakrise, Aquakulturen, Umweltverschmutzung oder Rodungen.

Silberlinde
Auch unser nächster Superstar ist ein Baum. Im Gegensatz zu unseren anderen Superstars ist die Silberlinde nicht wegen besonderen CO2-Speicherfähigkeiten in dieser Story, sondern weil sie eine interessante Methode hat, mit Hitze umzugehen und sich damit an das wärmer werdende Klima anzupassen.
Wenn du dir die Blätter der Silberlinde genauer anschaust, fällt dir bestimmt auf: Die Unterseite ist ganz silbrig und weich. Und genau das macht sich die Silberlinde in heißen Sommern zu nutze: Bei hoher Sonneneinstrahlung dreht sie ihre Blätter einfach um, so dass die silbrige, hellere Fläche nach oben zeigt. Diese hellere Oberfläche reflektiert die Sonnenstrahlen besser (Albedo-Effekt) – der Baum heizt sich dann nicht so stark auf.
Durch diesen Trick kann sich die Silberlinde um 2-3°C kühlen und ist besser gegen Hitzeschäden gerüstet.
Quellen
Hellas Bote: „Die Bedeutung der Seegraswiesen und das Neptungras: Ein kritischer Beitrag zum Schutz mariner Ökosysteme“ vom 16.9.2024, unter https://hellas-bote.de/die-bedeutung-der-seegraswiesen-und-das-neptungras-ein-kritischer-beitrag-zum-schutz-mariner-oekosysteme/ (Zugriff am 25.2.2026)
Der Standard: „Neptungras in der Adria braucht 350 Jahre, um 15 Meter zu wachsen“ vom 10.1.2025, unter https://www.derstandard.de/story/3000000251455/neptungras-in-der-adria-braucht-350-jahre-um-15-meter-zu-wachsen (Zugriff am 25.2.2026)
Pflanzenforschung: „Seegraswiese der Superlative“ vom 15.2.2012, unter https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/seegraswiese-der-superlative-1640 (Zugriff am 25.2.2026)
Bundesforschungszentrum für Wald: „Die Robinie, schnell wachsend bei geringen Ansprüchen, aber nicht unumstritten“ vom 16.9.2013, unter https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/robinie (Zugriff am 25.2.2026)
NABU Deutschland: „Die Robinie im Porträt“, unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenportraets/wildpflanzen/gehoelze/27145.html (Zugriff am 25.2.2026)
WWF Deutschland: „Mangroven – Superhelden der Natur“ vom 21.5.2025, unter https://www.wwf.de/junior/lebensraeume/mangroven (Zugriff am 25.2.2026)
Dr. Philipp Schönfeld/Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: „Die Silberlinde und ihre Sorten als Stadtbaum“, unter https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/lwg22_silberlinde_als_stadtbaum_bf.pdf (Zugriff am 25.2.2026)
Luisa Neubauer: „Rockstar-Pflanzen“, in: „Der Klimaatlas – 80 Karten für die Welt von morgen“, Rowohlt-Verlag 2024 , Seite 68/69






