Verschenkekisten: Das solltest du beachten (Tipp der Woche)

Du hast etwas aussortiert und es ist zu schade zum Wegwerfen? Vielleicht möchtest du es dann einer „Zu verschenken“-Kiste weitergeben. Das ist eine gute und nachhaltige Idee – aber es gibt auch ein paar Punkte zu beachten.

In diesem Tipp der Woche erfährst du, wie bei einer Verschenkekiste aus „gut gemeint“ auch tatsächlich „gut gemacht“ wird.

Eine nachhaltige Lösung

Die allermeisten Menschen in Deutschland konsumieren zu viel. Immer wieder wird dann ausgemistet. Kleidungsstücke, Bücher, Haushaltsartikel und vieles mehr soll aus der Wohnung. Wenn die Dinge noch in gutem Zustand sind, kommt schnell die Frage auf: Das kann doch ein anderer bestimmt noch gebrauchen, für den Müll ist es zu schade – und außerdem ist es auch nachhaltiger, Gegenstände weiterzugeben anstatt wegzuwerfen. Das schont Ressourcen, ist „einfach“ und macht anderen Menschen oft noch Freude.

Also eine Kiste her und ab damit vors Haus.

Wenn du ein paar Grundsätze beachtest, ist das eine gute Lösung – ansonsten kann es aber auch sein, dass die Idee nach hinten los geht.

ein Haufen Müll steht unter einer Füßgängerbrücke, darunter ein PC-Bildschirm, ein Stapel Bücher sowie mehrere gefüllte Taschen
So bitte nicht! / © Stephanie S.

Der rechtliche Rahmen

Rechtlich ist es nämlich gar nicht so ohne, seine Sachen einfach an die Straße zu stellen. Es ist nämlich nicht erlaubt, den Gehweg oder andere öffentliche Flächen für die Erledigung „privater“ Dinge zu nutzen. Das kommt dann einer „wilden Ablagerung“ bzw. illegalen Entsorgung von Müll gleich – für die ein Bußgeld anfällt, besonders dann, wenn Anwohner:innen Beschwerde einreichen bzw. ein Entsorgungsunternehmen oder städtische Mitarbeiter:innen tätig werden.

Es kann aber auch als Sondernutzung gewertet werden, für die du eine Genehmigung brauchst. Vergleichbar mit einem Straßenflohmarkt oder einem Nachbarschaftsfest, das ihr in der Straße veranstalten möchtet.

Kritisch wird es auch, wenn Menschen durch deine Sachen zu Schaden gekommen sind oder eine Schädigung der Umwelt droht oder bereits eingetreten ist, z.B. durch ausgelaufene Farbe, in die Umwelt gelangte Schadstoffe aus zerbrochenen LED-Röhren oder anderen Gegenständen.

Kennzeichne deine Verschenkekiste – und achte darauf, was du hineinlegst. / © MoneyforCoffee, pixabay.com

Darauf solltest du achten

Dem kannst du aber vorbeugen: Stell deine „zu Verschenken“-Kiste nicht in den öffentlichen Raum, sondern auf dein eigenes Grundstück. Am praktischsten ist es, sie so zu platzieren, dass sie zwar auf deinem Grundstück steht, aber vom Gehweg aus hineingegriffen werden kann.

Achte darauf, dass niemand beeinträchtigt wird, z.B. Menschen mit Kinderwagen, Rollator etc.

Und sorge für Klarheit: eine Aufschrift „zu verschenken“ oder „zum Mitnehmen“ o.ä. grenzt deine Kiste von wildem, illegal entsorgtem Müll ab.

Wenn du in einem Mehrfamilienhaus wohnst, strapaziere deine Nachbar:innen nicht zu sehr. Stell nicht ständig etwas vor die Tür und vorallem räum wieder auf. Hole deine Kiste z.B. bei Anbruch der Dunkelheit wieder rein und stelle nichts raus, wenn es regnet.

Oft herrscht nach kurzer Zeit Chaos in deiner Kiste. Schau zwischendurch mal nach und ordne die Dinge ggf. wieder ansprechend an.

Achte außerdem auf den Inhalt: Sind die Gegenstände noch gut erhalten? Müll gehört dort nicht rein. Und auch nichts, das Kinder/Jugendliche gefährden kann. Überlege dir immer: Geht von dem Gegenstand eine Gefahr aus, z.B. wenn er zerbricht? Denke z.B. an Kinder/Jugendliche, die sich einen „Spaß“ daraus machen, Gegenstände zu zerschlagen.

Was grundsätzlich nichts in Verschenkekisten verloren hat sind Problemstoffe (z.B. Farben, Lacke, giftige Substanzen), aber auch Medikamente, Flüssigkeiten aller Art und kaputte Elektrogeräte gehören dort nicht rein.

Du siehst: Es braucht ein paar Grundregeln, aber dann steht deiner Verschenkekiste nichts im Wege!

Eine Hand hält die Hände einer älteren Frau
Eine Alternative: Sozialkaufhäuser unterstützen mit dem Erlös z.B. soziale Projekte. / © Sabine van Erp, pixabay.com

Alternativen zur Verschenkekiste

Nun gibt es natürlich nicht nur die Möglichkeit, gebrauchte Dinge einfach vors Haus zu stellen. Wie wäre es, auch diese Alternativen in Betracht zu ziehen?

  • An ein Sozialkaufhaus oder Second-Hand-Shop spenden
  • für Bücher: in ein öffentliches Bücherregal stellen
  • ein Verschenkeregal im Stadtteil nutzen oder Sachen in einen Umsonst-Laden bringen
  • verkaufen oder kostenlos im Internet anbieten (sozusagen die Onlineversion der Verschenkekiste, die es in vielen Städten gibt)
  • an einem Flohmarkt teilnehmen, z.B. in der Schule oder im Stadtteil
  • eine „zu verschenken“-WhatsApp-/Facebook-Gruppe nutzen

Quellen

Utopia: „Ausmisten mit gutem Gewissen? Diese Regeln solltest du bei der „Zu-Verschenken-“Kiste kennen“ vom 5.1.2026, unter https://utopia.de/ratgeber/ausmisten-mit-gutem-gewissen-diese-regeln-solltest-du-bei-der-zu-verschenken-kiste-kennen_454540/ (Zugriff am 9.2.2026)

Dr. Philipp Hammerich: „“Zu verschenken“-Kiste unzulässig? Wann ein Bußgeld droht“ vom 28.5.2025, unter https://www.bussgeldkatalog.org/news/zu-verschenken-kiste-unzulaessig-wann-ein-bussgeld-droht-9926938/ (Zugriff am 9.2.2026)

Stephanie Steppacher auf einem Trike

Stephanie

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