Wenn im Herbst die Bäume ihre Blätter verlieren, werden in vielen Gärten, Parks und auf Gehwegen die Laubbläser ausgepackt. Sie versprechen, große Mengen Laub schnell zu beseitigen, doch sie haben viele Schattenseiten. Sie verursachen Lärm, wirbeln Staub auf und können zahlreiche kleine Tiere gefährden. Dabei ist das bunte Herbstlaub für die Natur alles andere als Abfall!
Warum sind Laubbläser ein Problem für Tiere?
Unter einer Schicht aus bunten Blättern verbirgt sich tatsächlich jede Menge Leben! Asseln, Springschwänze, Tausendfüßer, Spinnen und Insektenlarven nutzen das Laub als Lebensraum und Nahrungsquelle. Sie zersetzen abgestorbenes Pflanzenmaterial und sind selbst eine wichtige Nahrungsgrundlage für andere Tiere.
Laubbläser wirbeln diese kleinen Lebewesen zusammen mit den Blättern auf und können sie verletzen oder aus ihrem Lebensraum vertreiben. Besonders gefährlich sind Laubsauger mit Häckselfunktion. Sie saugen nicht nur Blätter, sondern auch Tiere ein, die im Inneren des Geräts verletzt oder getötet werden können. Auch kleine Säugetiere wie junge Igel können dadurch gefährdet sein.
Wenn das Laub entfernt wird, verschwinden außerdem wichtige Verstecke und Nahrungsquellen. Gerade im Herbst suchen viele Tiere nach geschützten Orten, an denen sie die kalte Jahreszeit überstehen können.
Warum braucht der Boden das Herbstlaub?
Was für manche nach einem unordentlichen Garten aussieht, erfüllt wichtige ökologische Aufgaben. Eine Laubschicht wirkt wie eine natürliche Decke. Sie schützt den Boden vor Austrocknung, Frost und Erosion.
Gleichzeitig wird das Laub nach und nach von Bodenorganismen zersetzt. Dabei entsteht Humus, und Nährstoffe gelangen zurück in den Boden. Davon profitieren Pflanzen und zahlreiche Lebewesen, die im Boden leben.
Wird das Laub großflächig weggeblasen oder abgesaugt, fehlt ein Teil dieses natürlichen Nährstoffkreislaufs. Auch Tiere, die im Laub Nahrung oder Unterschlupf finden, verlieren wichtige Lebensgrundlagen. Deshalb muss nicht jeder Winkel im Garten von Blättern befreit werden.
Wie schaden Laubbläser der Luft und unserer Gesundheit?
Neben den Auswirkungen auf Tiere und Böden belasten Laubbläser auch die Luft. Besonders benzinbetriebene Geräte stoßen Abgase aus, darunter Kohlenmonoxid, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe.
Doch auch elektrisch betriebene Geräte wirbeln beim Einsatz Staub, Pilzsporen und andere Partikel auf. Dazu können beispielsweise Tierkot und andere Verunreinigungen gehören, die anschließend in der Atemluft landen. Eine Untersuchung der Technischen Universität Graz aus dem Jahr 2013 kam zu dem Ergebnis, dass Laubbläser auf Straßen und Wegen ein Mehrfaches der Feinstaubmenge aufwirbeln können, die beim Fegen mit einem Besen entsteht.
Hinzu kommt der Lärm. Laubbläser können Schalldruckpegel von über 100 Dezibel erreichen. Das belastet Menschen und kann auch Wildtiere stören. Die Geräte sind deshalb nicht nur ein Problem für die Natur, sondern auch für die Lebensqualität in Wohngebieten.
Muss das Laub überhaupt weg?
Nein! Nicht überall muss das Herbstlaub entfernt werden. In Beeten, unter Hecken und Sträuchern oder in einer ruhigen Gartenecke kann es einfach liegen bleiben. Dort bietet es kleinen Tieren Schutz und wird mit der Zeit zu wertvollem Humus.
Auch ein Laubhaufen kann ein wichtiger Rückzugsort sein. Zusammen mit einigen Ästen und Zweigen entsteht daraus ein geschützter Bereich, den verschiedene Kleintiere nutzen können. Auf dem Rasen kann es dagegen sinnvoll sein, eine dicke Laubschicht zusammenzurechen, damit das Gras darunter nicht zu stark beeinträchtigt wird.
Auf Gehwegen ist es wichtig, nasses Laub zu entfernen, wenn dadurch Rutschgefahr entsteht. Hier kommt es aber nicht auf motorisierte Geräte an. Ein Rechen, eine Harke oder ein Besen reichen oft völlig aus.
Was kannst du stattdessen tun?
Du möchtest deinen Garten herbstfit machen und gleichzeitig etwas für die Natur tun? Das geht ganz einfach:
- Lass Blätter unter Hecken, Sträuchern und auf Beeten liegen, wo sie nicht stören.
- Suche eine ruhige Ecke im Garten und schichte dort Laub mit einigen Ästen auf.
- Mit Harke, Rechen oder Besen entfernst du Laub gezielter und vermeidest motorbedingten Lärm und Abgase.
- Wenn du zu viel Laub hast, kannst du einen Teil davon kompostieren und später als nährstoffreichen Humus nutzen.
- Ein naturnaher Garten muss nicht überall ordentlich und aufgeräumt aussehen. Kleine wilde Ecken sind wertvoll für die Artenvielfalt.
Warum weniger Ordnung manchmal mehr Natur bedeutet
Laubbläser und Laubsauger wirken praktisch, doch ihr Einsatz kann Tiere gefährden, Lebensräume zerstören, den Boden seiner natürlichen Schutzschicht berauben und die Luft belasten. Dabei erfüllt Herbstlaub wichtige Aufgaben im Ökosystem.
Die gute Nachricht: Du musst nicht viel tun, um etwas zu verändern. Lass das Laub dort liegen, wo es der Natur hilft, und greif bei Wegen lieber zu Besen oder Rechen. So bleibt der Herbst nicht nur bunt, sondern auch lebendig.
Quellen
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