Krokus (Fantastische Fakten)

Der Winter hat sich zurückgezogen und die ersten Krokusse sind fast überall zu entdecken, ein eindeutiges Zeichen für den Frühling! Kaum eine andere Pflanze steht so sehr für den Übergang von Frost zu Frühling es gibt viele spannende Fakten, die viele Menschen noch nicht wissen. Von botanischen Besonderheiten über spektakuläre Blütenteppiche bis hin zum teuersten Gewürz der Welt steckt der Krokus voller Überraschungen!

Die Herkunft und Vielfalt der Krokusse

Die Gattung Crocus gehört zur Familie der Schwertliliengewächse und umfasst rund 90 anerkannte Arten sowie zahlreiche Unterarten und Hybriden. Ihre natürlichen Verbreitungsgebiete liegen in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, dem Nahen Osten und bis nach Westchina. Besonders artenreich sind Regionen rund um das Mittelmeer, von Italien über den Balkan und Griechenland bis in die Türkei und den Kaukasus.

In Gärten sind vor allem der Crocus vernus, der Crocus chrysanthus und der zierliche Crocus tommasinianus verbreitet. Während viele Arten im Frühjahr blühen, sorgen andere im Herbst für schöne Farben, wie beispielsweise der Crocus speciosus.

Auch in Deutschland gibt es beeindruckende Krokuslandschaften. Besonders bekannt sind die großflächigen Bestände am Zavelstein in Baden-Württemberg sowie die Millionen lila Blüten im Schlosspark von Husum, die jedes Frühjahr zahlreiche Besucher anziehen.

Kleine Knolle, große Wirkung

Oft wird der Krokus als Zwiebelpflanze bezeichnet, tatsächlich besitzt er jedoch eine sogenannte Stängelknolle, einen verdickten unterirdischen Spross. Aus dieser Knolle treiben schmale, grasartige Blätter und die charakteristischen kelchförmigen Blüten. Die Pflanzen bleiben mit fünf bis fünfzehn Zentimetern eher niedrig.

Erstaunlich ist auch ihre Sensibilität. Bereits kleineTemperaturveränderungen von etwa 0,2 Grad Celsius können dazu führen, dass sich die Blüten öffnen oder schließen. Diese Fähigkeit schützt die empfindlichen Blütenorgane vor Frost und spart zugleich Energie.

Viele frühblühende Krokusse sind für Insekten überlebenswichtig. Bienen und Hummeln finden in den ersten warmen Tagen eiweiß- und vitaminreichen Pollen, also eine wertvolle Nahrungsquelle nach dem Winter.

Safran, das Gewürz aus der Krokusblüte

Der berühmteste Vertreter der Gattung ist der Crocus sativus. Anders als die meisten seiner Verwandten blüht er nicht im Frühjahr, sondern im Herbst. Aus seinen violetten Blüten stammen die leuchtend roten Narben, die getrocknet als Safran verkauft werden, eines der teuersten Gewürze der Welt.

Für nur ein Gramm Safran werden etwa 150 Blüten benötigt! Für ein Kilogramm sind es rund 100.000 Blüten, deren Fäden in Handarbeit mit einer Pinzette geerntet werden. Die weltweite Jahresproduktion liegt bei etwa 300 Tonnen, wobei der größte Anteil aus dem Iran stammt.

Bereits vor über 5.000 Jahren bauten die Sumerer Safran an. Interessant ist auch, dass Crocus sativus keine Samen bilden kann. Er ist unfruchtbar und wird ausschließlich über Tochterknollen vermehrt.

Safran © Unsplash / Mohammad Amiri

Aber vorsicht!

So beliebt Krokusse sind, so wichtig ist auch ein achtsamer Umgang mit ihnen. Viele Arten enthalten den Pflanzenstoff Picrocrocin. Für Menschen ist er in geringen Mengen meist ungefährlich, für Haustiere jedoch kann er giftig sein. Besonders der Safran-Krokus zählt aufgrund zusätzlicher Inhaltsstoffe zu den giftigeren Vertretern.

Verwechslungsgefahr besteht außerdem mit der Herbstzeitlosen, die stark giftig ist. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Krokusse besitzen drei Staubgefäße, die Herbstzeitlose hingegen sechs.

Der Krokus im Garten

Krokusse bevorzugen durchlässige Böden, da Staunässe ihre Knollen faulen lässt. Frühjahrsblüher mögen sonnige Standorte, während herbstblühende Arten auch mit Halbschatten zurechtkommen. Gepflanzt werden die Knollen meist im Herbst in einer Tiefe von sechs bis zehn Zentimetern.

Nach der Blüte sollten die Blätter erst entfernt werden, wenn sie vollständig vergilbt sind. Nur so kann die Pflanze genügend Energie in ihre neue Tochterknolle einlagern. Viele Arten vermehren sich selbstständig durch Samen oder Brutknollen, sodass mit der Zeit dichte Horste entstehen.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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