Buchtipp: „No Alternative“ von Dirk Reinhardt (Tipp der Woche)

Heute stelle ich euch das Jugendbuch „No Alternative“ von Dirk Reinhardt vor. Es ist im Gerstenberg-Verlag erschienen, und zwar erstmals im Jahr 2024 – und 2025 wurde das Buch sogar von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Aber worum geht es?

Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Abwechselnd widmet sich ein Kapitel Finn, ein Kapitel Emma. Wenn diese beiden Stränge anfangs noch eher für sich stehen, verweben sie sich im Laufe des Buches immer mehr – um am Ende zusammen zu laufen.

Emma – das ist eine jugendliche Aktivistin. Nachdem ihr Freund bei einer Aktion ums Leben gekommen ist, schließt sie sich „No Alternative“ an, einer radikaleren Klimagruppierung. Dazu geht sie in den Untergrund. Immer nur reden? Dazu hat Emma keine Lust. Sie ist bereit, ihre Freiheit zu riskieren, notfalls sogar ihr Leben. Und so nimmt sie an verschiedenen Aktionen von „No Alternative“ teil, immer darauf bedacht, sich nicht erwischen zu lassen…

Das Leben im Untergrund fordert seinen Preis, doch Emma ist bereit, diesen Weg zu gehen.

Ihr Motto: „Wir können uns nicht ewig damit rausreden, dass die anderen auch nichts tun. Dann ändert sich nie etwas.“

Finn dagegen ist ein Schüler, eher angepasst, der über ein Praktikum bei einer Zeitung in Kontakt mit „No Alternative“ kommt. Ausgelöst durch ein Fernsehinterview erinnert er sich wieder an Emma, die er von früheren Schulprojekten kennt und beschließt, eine Reportage über „No Alternative“ und Emma zu schreiben. Im Laufe seiner Recherchen spricht er mit Personen aus Emmas Umfeld und zeichnet so ein immer dichteres Bild der Person. Doch wo Emma sich aufhält, findet auch er zunächst nicht heraus.

Das Buch "No Alternative" steht vor zwei Grünpflanzen
Das Buch „No Alternative“ von Dirk Reinhardt / © Stephanie S.

Was im Buch gut rüberkommt, ist die Dringlichkeit, mit der wir die Klimakrise stoppen müssen. Und durch die Handlung, die verschiedene Formen des Aktivismus und Widerstands schildert, drängt sich den Leser:innen auch immer wieder die Frage auf: Wie weit kann und darf (Klima-)Aktivismus gehen? Welche Handlungen sind gerechtfertigt? Kann eine Tat richtig und zugleich falsch sein?

Das lässt sich auch super in der Familie, in der WG, im Freundeskreis oder der Klasse diskutieren, wenn man das Buch liest.

Bei einigen Aktionen sind Parallelen zu Aktionen der „Letzten Generation“ erkennbar, die für Diskussionen gesorgt haben. Aber es geht nicht nur um die Aktionen an sich, es geht auch um die Gedanken und Beweggründe der Aktivist:innen. Aus deren Sicht ist es legitim, Sachgegenstände zu zerstören, wenn dadurch Druck ausgeübt werden kann und ein Umsteuern stattfindet. Denn machen wir weiter wie bisher, kommen unzählige Arten zu Schaden, sterben unzählige Menschen. Das möchte „No Alternative“ verhindern und rechtfertigt damit auch radikalere Aktionen.

Sehr gut haben mir auch die Ausschnitte des Manifests von „No Alternative“ gefallen, die über das Buch verteilt sind. Die Gedanken sind radikal, aber konsequent. Die Aussagen ehrlich und schonungslos. Sie machen deutlich, wie es um unsere Erde steht und dass ein „Weiter so“ keine Option ist, gleichzeitig aber auch mildere Mittel des Umsteuerns bisher versagt haben.

Hier ein Interview mit Dirk Reinhardt über das Buch (6:48 Min, deutsch, Untertitel zuschaltbar):

Die ersten Kapitel fand ich persönlich etwas zäh, aber ab einem gewissen Punkt hat mir das Buch total gut gefallen und ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.

Wenn du auf der Suche nach einer spannenden Lektüre bist und dich das Thema Klimaaktivismus interessiert, dann kann ich dir „No Alternative“ auf jeden Fall empfehlen. Schau am besten gleich einmal nach, ob deine Bibliothek es im Sortiment hat – und dann viel Spaß beim Lesen!!

Stephanie Steppacher auf einem Trike

Stephanie

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