Artenportrait: Afrikanischer Büffel

Der Afrikanische Büffel (Syncerus caffer), auch Kaffernbüffel genannt, zählt zu den beeindruckendsten Großsäugetieren Afrikas! Mit seinem massigen Körperbau, seinen gewaltigen Hörnern und seinem komplexen Sozialverhalten gehört er zu den bekanntesten Wildtieren des Kontinents. Zudem wird er zu den sogenannten „Big Five“ gezählt, also Tierarten, die früher als besonders schwer und gefährlich zu jagen galten. Der Afrikanische Büffel ist nicht nur für seine Stärke bekannt, sondern auch für seine wichtige Rolle im Ökosystem der afrikanischen Savannen.

So kannst du ihn erkennen

Der Afrikanische Büffel (Syncerus caffer) gehört zur Familie der Hornträger und ist einer der größten Vertreter der afrikanischen Rinder. Erwachsene Tiere erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 1,7 Metern und eine Körperlänge von über drei Metern. Besonders schwere Bullen können ein Gewicht von bis zu 900 Kilogramm oder sogar mehr erreichen, während Weibchen meist etwas kleiner und leichter bleiben.

Charakteristisch für den Afrikanischen Büffel sind seine großen, nach außen und unten gebogenen Hörner. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen Hörner, jedoch sind diese bei den Bullen deutlich massiver. Bei erwachsenen männlichen Tieren wachsen die Hornbasen auf der Stirn zusammen und bilden einen festen Knochenschild, der zusätzlichen Schutz bietet. Das Fell ist meist dunkelbraun bis schwarz und wird im Alter oft dünner, sodass die Haut sichtbar wird.

Lebensraum und Verbreitung

Der Afrikanische Büffel lebt ausschließlich südlich der Sahara und ist in großen Teilen des östlichen und südlichen Afrikas verbreitet. Sein Lebensraum reicht von offenen Graslandschaften und Savannen bis hin zu bewaldeten Flussgebieten und teilweise sogar Bergregionen. Entscheidend für das Vorkommen der Tiere ist die Nähe zu Wasser.

Besonders häufig sind Afrikanische Büffel in Gebieten mit ausreichend Nahrung, Wasser und Schutz vor Hitze anzutreffen. Aufgrund menschlicher Einflüsse wie Landwirtschaft, Jagd und Siedlungsbau ist ihr ursprünglicher Lebensraum jedoch vielerorts kleiner geworden. Heute leben viele Populationen hauptsächlich in Nationalparks und Schutzgebieten.

Ernährung und Lebensweise

Der Afrikanische Büffel ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich überwiegend von Gras. Dabei handelt es sich um einen Wiederkäuer, der seine Nahrung mehrfach verdaut, um möglichst viele Nährstoffe aufzunehmen. Je nach Jahreszeit kann die Ernährung auch Blätter, Kräuter oder andere Pflanzen umfassen. Ein ausgewachsenes Tier kann täglich große Mengen Nahrung aufnehmen und ist zudem stark auf regelmäßige Wasserquellen angewiesen.

Die Tiere verbringen einen großen Teil des Tages mit Fressen, Ruhen und Wiederkäuen. Besonders während der heißen Mittagsstunden suchen sie schattige Plätze oder suhlen sich im Schlamm, um sich abzukühlen und sich vor Insekten zu schützen. Büffel sind überwiegend tagaktiv, können bei starker Störung jedoch auch nachts grasen.

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Sozialverhalten und Leben in der Herde

Afrikanische Büffel sind Herdentiere und leben meist in großen Gruppen, die aus Weibchen und ihren Jungtieren bestehen. Diese Herden können aus wenigen Dutzend bis hin zu mehreren hundert oder sogar tausend Tieren bestehen. Innerhalb der Herde herrscht eine klare Rangordnung, die vor allem von Stärke und Erfahrung bestimmt wird.

Männliche Tiere leben häufig in sogenannten Junggesellengruppen oder ziehen zeitweise alleine umher. Während der Paarungszeit schließen sich die Bullen den Herden an. Kämpfe zwischen rivalisierenden Männchen gehören dabei zum natürlichen Verhalten. Diese Kämpfe werden mit den Hörnern ausgetragen und entscheiden darüber, welches Tier sich fortpflanzen darf.

Ein besonderes Merkmal des Afrikanischen Büffels ist sein ausgeprägter Zusammenhalt innerhalb der Herde. Bei Gefahr stellen sich die Tiere oft im Kreis auf und schützen gemeinsam die Jungtiere. Es wurde sogar beobachtet, dass Herden zurückkehren, um angegriffene Artgenossen zu verteidigen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Afrikanischen Büffels kann grundsätzlich das ganze Jahr über stattfinden, konzentriert sich jedoch häufig auf die Regenzeit, wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist. Nach einer Trächtigkeitsdauer von etwa elf Monaten bringt das Weibchen meist ein einzelnes Kalb zur Welt. Neugeborene Kälber wiegen zwischen 25 und 60 Kilogramm.

In den ersten Lebensmonaten bleiben die Jungtiere eng bei ihrer Mutter und werden von ihr gesäugt. Bereits nach wenigen Wochen beginnen sie jedoch, zusätzlich Gras zu fressen. Weibliche Jungtiere bleiben meist ihr Leben lang in der Herde, während männliche Tiere die Gruppe später verlassen und sich anderen Bullen anschließen.

Feinde und Gefahren

Der wichtigste natürliche Feind des Afrikanischen Büffels ist der Löwe. Vor allem Jungtiere oder geschwächte Tiere werden von Löwen, Hyänen oder Leoparden angegriffen. Dennoch ist ein ausgewachsener Büffel ein sehr wehrhaftes Tier, das sich oft erfolgreich gegen Angriffe verteidigen kann. Häufig benötigen Löwen mehrere Tiere, um einen Büffel zu überwältigen.

Auch der Mensch stellt eine große Bedrohung dar. In der Vergangenheit wurden Afrikanische Büffel stark bejagt, und Krankheiten, die von Hausrindern übertragen wurden, führten zu starken Bestandseinbrüchen. Heute gelten die Tiere laut IUCN als potenziell gefährdet. Der Schutz durch Nationalparks, Reservate und internationale Zuchtprogramme trägt dazu bei, die Populationen zu erhalten.

Bedeutung für Natur und Mensch

Der Afrikanische Büffel spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem der Savanne. Durch das Abweiden von Gras beeinflusst er das Pflanzenwachstum und trägt zur Gestaltung der Landschaft bei. Außerdem dient er Raubtieren als Nahrungsquelle und ist somit ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts.

Für den Menschen besitzt der Afrikanische Büffel eine große symbolische Bedeutung. Als Mitglied der Big Five zieht er viele Tourist:innen an und trägt dadurch zur wirtschaftlichen Entwicklung von Schutzgebieten bei. Gleichzeitig zeigt sein Schutz, wie wichtig nachhaltiger Umgang mit natürlichen Lebensräumen ist.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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