Kleiner Fuchs (Fantastische Fakten)

An warmen Sommertagen sieht man ihn fast überall herumfliegen und gehört er zu den auffälligsten Besuchern in Gärten, Parks und auf blühenden Wiesen: der Kleine Fuchs (Aglais urticae). Mit seinen orangefarbenen Flügeln und den blauen Punkten am Flügelrand ist er leicht zu erkennen. Der Kleine Fuchs hat eine spannende Lebensweise, Anpassungsfähigkeiten und sogar einige ungewöhnliche Verhaltensweisen, die ihn zu einem der faszinierendsten Schmetterlinge Europas machen!

Ein Schmetterling, den fast jeder kennt

Der Kleine Fuchs gehört zur Familie der Edelfalter, zu der auch bekannte Arten wie das Tagpfauenauge und der Admiral zählen. Mit einer Flügelspannweite von vier bis fünf Zentimetern ist er leicht zu erkennen. Seine Flügel leuchten orange-braun, sind mit schwarzen Flecken verziert und tragen an den Spitzen charakteristische weiße Flecken. Besonders auffällig ist die Reihe leuchtend blauer Halbmonde entlang der Flügelränder.

Während die Oberseite der Flügel sehr farbenfroh erscheint, ist die Unterseite dunkel gefärbt. Klappt der Schmetterling seine Flügel zusammen, ist er dadurch deutlich besser getarnt und für Fressfeinde schwerer zu entdecken.

Vom Flachland bis ins Hochgebirge

Der Kleine Fuchs ist ein echter Weltenbummler. Sein Verbreitungsgebiet reicht von ganz Europa bis weit nach Asien. Er kommt sowohl im Flachland als auch in Höhen von bis zu 3.500 Metern vor. Ob an Waldrändern, auf Wiesen, in Parks oder im heimischen Garten, überall dort, wo geeignete Nahrungspflanzen wachsen, kann man ihn beobachten.

Besonders häufig ist er von März bis Oktober unterwegs. Anders als viele andere Schmetterlinge überwintert der Kleine Fuchs als ausgewachsener Falter. Dafür sucht er sich geschützte Orte wie Schuppen, Dachböden, Gartenlauben oder Keller. An den ersten warmen Frühlingstagen verlässt er sein Winterquartier und gehört damit zu den ersten Schmetterlingen des Jahres.

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Ohne Brennnesseln geht es nicht

So schön der Kleine Fuchs auch ist, ohne eine oft ungeliebte Pflanze könnte er nicht überleben: die Brennnessel. Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an deren Blattunterseiten ab. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 200 Eier auf einmal ablegen.

Nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen. Zunächst leben sie gemeinsam in selbst gesponnenen Gespinsten und fressen die Brennnesselblätter. Erst später verteilen sie sich auf mehrere Pflanzen. Die schwarz-gelb gestreiften Raupen mit ihren kleinen Dornen sind daher häufig auf Brennnesseln zu finden.

Die erwachsenen Schmetterlinge sind dagegen deutlich weniger wählerisch. Sie trinken Nektar von vielen verschiedenen Blütenpflanzen, darunter Disteln, Wasserdost, Klee, Flockenblumen oder Sommerflieder.

Ein Schmetterling, den man hören kann

Eine ungewöhnliche Eigenschaft des Kleinen Fuchses zeigt sich während der Partnersuche. Hat ein Männchen ein Weibchen entdeckt, beginnt eine Verfolgungsjagd durch die Luft! Dabei trommelt das Männchen mit seinen Fühlern auf die Flügel des Weibchens. Wer ganz nah dran ist und genau hinhört, kann dieses Trommeln tatsächlich wahrnehmen.

Wie wir dem Kleinen Fuchs helfen können

Wer den Kleinen Fuchs unterstützen möchte, muss nicht viel tun. Besonders wichtig sind wilde Gartenecken, in denen Brennnesseln wachsen dürfen. Auch heimische Blühpflanzen wie Disteln, Flockenblumen oder Wasserdost bieten den Faltern wertvolle Nahrung.

Manchmal ist es also genau das, was viele als „Unkraut“ betrachten, das einem der schönsten Schmetterlinge Europas das Überleben sichert. Mit etwas Platz für Natur im Garten kann jeder dazu beitragen, dass der Kleine Fuchs auch künftig durch unsere Landschaften flattert.

Spannende Fakten auf einen Blick

  • Der Kleine Fuchs kann bis in Höhen von 3.500 Metern leben.
  • Ein Weibchen legt bis zu 200 Eier an Brennnesseln ab.
  • Die Raupen leben zunächst gemeinsam in selbst gesponnenen Gespinsten.
  • Der Schmetterling überwintert als ausgewachsener Falter.
  • Während der Balz trommeln die Männchen mit ihren Fühlern auf die Flügel der Weibchen.
  • Er gehört zu den häufigsten und bekanntesten Schmetterlingen Deutschlands.
  • Seine auffälligen blauen Punkte am Flügelrand machen ihn unverwechselbar.
  • Trotz seiner Häufigkeit setzen Trockenheit und der Rückgang von Brennnesseln der Art zunehmend zu.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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