Wildhunde (Fantastische Fakten)

Bei den Fantastischen Fakten gab es bereits eine Folge über Wildkatzen, über (Haus-)Hunde und viele andere Tiere mit Besonderheiten. Heute geht es um Wildhunde, primär um Afrikanische Wildhunde. Erfahre, was sie so besonders macht und warum sie z.B. sehr demokratische Tiere mit einer unglaublichen Form der Abstimmung sind!

Weltweit verbreitet

Zwar sind die bekanntesten Wildhunde die Afrikanischen Wildhunde – doch Wildhunde kommen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Denn auch die Südamerikanischen Waldhunde, die in Asien und Mitteleuropa vorkommenden Marderhunde, der Asiatische Wildhund (auch Rothund genannt) oder Löffelhunde zählen zu den Wildhunden.

Insgesamt gibt es 36 Wildhundearten. Wölfe, Kojoten, Schakale und alle Füchse gehören dazu.

Wer nicht dazu zählt, sind Dingos oder Hyänen. Letztere sehen gerade Afrikanischen Wildhunden zwar recht ähnlich, sind aber näher mit Katzen als mit Hunden verwandt, und Dingos sind keine echten Wildhunde, sondern vor mehreren Jahrtausenden verwilderte Haushunde.

Nahaufnahme eines afrikanischen WIldhundes mit großen Ohren und typischer Fellzeichnung
Der Afrikanische Wildhund fällt durch seine großen Ohren und sein buntes Fell auf. / © Pexels, pixabay.com

Der Afrikanische Wildhund: Aussehen und Verbreitung

Bei einem Afrikanischen Wildhund fällt eines gleich ins Auge: Seine besondere Färbung. Das Fell ist gefleckt, hat weiße, gelbe oder rotbraune Flecken auf schwarzem oder bräunlichem Grund. Wie bei Zebras oder anderen Tieren hat auch hier jedes Tier eine ganz individuelle Fellzeichnung.

Hinzu kommen auffallend große Ohren, lange Beine und ein langer, buschiger Schwanz.

Das Zuhause der Afrikanischen Wildhunde ist in der afrikanischen Savanne, im Buschland, einige Rudel leben auch in Halbwüsten oder Hochlandwäldern südlich der Sahara.

Geniale Entscheidungsfindung

Was den Afrikanischen Wildhund so besonders macht? Er ist wohl der sozialste Hund der Welt. Die Wildhunde leben in Rudeln mit bis zu 30 Tieren zusammen, in denen es so gut wie keine Kämpfe um die Rangordnung oder Aggressionen gibt.

Nun müssen aber auch dort Entscheidungen getroffen werden und z.B. festgelegt werden, wer der „Boss“ ist oder ob es nun zum Jagen geht oder nicht. Und das geschieht durch Niesen! Ganz schön erstaunlich, oder? Aber es wird tatsächlich so abgestimmt – nur wenn genügend Hunde des Rudels ihre Zustimmung durch Niesen ausdrücken, wird z.B. tatsächlich gejagt.

Und dabei sind sie übrigens überaus erfolgreich: Haben sie einmal ein bestimmtes Tier ins Visier genommen, wird diese mit einer Erfolgsquote von über 70% (manche sprechen sogar von fast 90%) auch erlegt. Damit sind die Afrikanischen Wildhunde die effizientesten Jäger unter den großen Raubtieren!

Bei einer Jagd sind die Hunde recht schnell unterwegs: Bis zu 60 km/h und einer Ausdauer auch über längere Strecken.

Afrikanische Wildhunde verfügen über einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Sie versorgen verletzte oder kranke Hunde, auch säugende Mütter oder Welpen werden vom ganzen Rudel mitversorgt.

Noch etwas unterscheidet Wildhunde von Haushunden: Sie können nicht bellen, jedoch knurren oder winseln. Ihre Geräusche erinnern eher an Vogelgeräusche, an ein Zirpen, an Rufe ähnlich wie von Eulen.

eine Gruppe Afrikanischer Wildhunde beim Spielen
Afrikanische Wildhunde sind sehr sozial. / ©Ivan Horvat, pixabay.com

Bedrohungen

Leider sind Wildhunde zunehmend bedroht. Ihre Lebensräume werden immer stärker zerstört und das führt auch immer wieder zu Konflikten mit Menschen – die dort Straßen, Siedlungen oder Weideland errichten wollen. Zusätzlich sind eingeschleppte Krankheiten eine Bedrohung für Wildhunde oder sie geraten in Fallen, die für andere Tiere gedacht sind.

Afrikanische Wildhunde zählen zu den am stärksten bedrohten Tierarten weltweit. Es wird vermutet, dass es nur noch maximal 700 Rudel gibt, wobei genaue Daten fehlen.

Quellen

WWF Deutschland: „Wildhund, Äthiopischer Wolf und Co: Die bedrohten Wildhunde“ vom 15.12.2025, unter https://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/wildhunde (Zugriff am 11.2.2026)

Wikipedia: „Afrikanischer Wildhund“, unter https://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Wildhund (Zugriff am 11.2.2026)

Stephanie Steppacher auf einem Trike

Stephanie

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