Der Polarwolf (Fantastische Fakten)

Weit im Norden, wo die Landschaft von Eis und Wind geprägt ist, lebt ein beeindruckendes Tier, das perfekt an extreme Bedingungen angepasst ist: der Polarwolf! Mit seinem fast schneeweißen Fell, seiner sozialen Intelligenz und seiner Ausdauer gehört er zu den faszinierendsten Raubtieren der Erde. Polarwölfe bewohnen einige der abgelegensten Regionen unseres Planeten und leben dort weitgehend unbeeinflusst vom Menschen. Ihr Alltag ist geprägt von Hunger, Kälte, Gemeinschaft. Was sie noch so faszinierend macht, erfährst du in diesen Fantastischen Fakten!

Zuhause in der arktischen Wildnis

Der Polarwolf ist eine Unterart des Grauwolfes und lebt im hohen Norden Nordamerikas sowie im Osten und Norden Grönlands. Sein Lebensraum reicht bis in die kanadische Hocharktis, etwa auf Ellesmere Island, eine der entlegensten Gegenden der Erde. Hier sind die Winter extrem lang und kalt, mit Temperaturen bis unter –50 °C und monatelanger Dunkelheit. Pflanzen wachsen nur während eines kurzen Sommers, doch diese kurze Phase reicht aus, um Beutetiere wie Moschusochsen oder Polarhasen zu ernähren. Wo diese Tiere überleben können, folgt ihnen der Polarwolf.

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Perfekt angepasst an Kälte und Entbehrung

Ein besonders auffälliges Merkmal des Polarwolfs ist sein dichtes, oft fast schneeweißes Fell. Es schützt ihn nicht nur vor der eisigen Kälte, sondern dient auch als Tarnung in der verschneiten Landschaft. Unter dem Fell liegt eine dicke Fettschicht, die zusätzliche Wärme speichert. Polarwölfe sind ausdauernde Läufer und können bei der Nahrungssuche riesige Strecken zurücklegen, teilweise über 100 Kilometer in wenigen Tagen. Ausgewachsene Tiere sind zudem erstaunlich widerstandsfähig und sie können bis zu zwei Wochen ohne Nahrung überleben.

Jagd in einer feindlichen Welt

Die Jagd ist für Polarwölfe lebenswichtig, aber selten einfach. Ihre Hauptbeutetiere sind Moschusochsen, Karibus, Polarhasen, Lemminge und gelegentlich Jungvögel. Besonders Moschusochsen stellen eine große Herausforderung dar. Sie können bis zu 300 Kilogramm wiegen und verteidigen sich mit scharfen Hörnern und kräftigen Hufen. Viele Jagdversuche enden erfolglos. Gelingt es dem Rudel jedoch, ein Tier zu erlegen, wird das Fleisch schnell verschlungen und bei einer einzigen Mahlzeit können Wölfe bis zu neun Kilogramm Fleisch fressen.

Das Rudel

Polarwölfe leben in engen Familienverbänden. Ein Rudel besteht meist aus einem Elternpaar, den Jungtieren des aktuellen Jahres und älteren Nachkommen. Die soziale Struktur ist klar, aber nicht starr. Besonders wichtig ist die Rolle der erfahrenen Leitwölfin, die oft das Zentrum des Rudels bildet. Sie entscheidet mit wer frisst, führt die Welpen und sorgt für Zusammenhalt. Stirbt ein Leittier, muss sich das Rudel neu organisieren, was ein riskanter Prozess sein kann der über Überleben oder Scheitern entscheiden kann.

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Nachwuchs in der Tundra

Anfang April bringt die Wölfin in einer geschützten Höhle bis zu sechs Welpen zur Welt. In den ersten Wochen sind sie vollkommen abhängig von der Fürsorge des Rudels. Später wechseln sich die erwachsenen Tiere beim Babysitten ab, während andere jagen. Sobald die Welpen alt genug sind, folgen sie dem Rudel auf seinen Streifzügen. Dabei lernen sie spielerisch wichtige Fähigkeiten wie Kämpfen, Verteidigen, Zusammenarbeiten.

Quellen

Leana Bremer im Porträt

Leana Bremer

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