Zugegeben, es ist im Moment nicht leicht, positive Nachrichten aus dem Natur- oder Klimaschutz zu finden. Zu oft hat man den Eindruck, es geht eher rückwärts als vorwärts, mühsam erkämpfte Regelungen und Fortschritte werden geschwächt, aufgeweicht und rückabgewickelt.
Doch es gibt sie, die guten Nachrichten. In dieser Story schauen wir noch einmal zurück: Was geschah 2025? Welche Erfolge und positiven Nachrichten gab es bei Umwelt, Natur und Klima?

Mehr Schutz für unsere Meere
20 Jahre Arbeit und Engagement, die sich gelohnt haben: 2025 wurde der UN-Ozeanvertrag ratifiziert. Das heißt, genügend Länder (in diesem Fall mindestens 60) haben dem Abkommen zugestimmt. Das ist ein wirklich großer und historischer Schritt für den Schutz der Meere.
Für die Meere bedeutet das: Besserer Schutz vor Überfischung, globaler Meeresschutz mit Schutzgebieten auf Hoher See, verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfungen für Aktivitäten auf Hoher See. Bis 2030 sollen 30% der weltweiten Meeresfläche geschützt sein.
Am 17. Januar 2026 ist das Abkommen in Kraft getreten.

Tiefseebergbau erneut vertagt
Auch für die Tiefsee gibt es gute Nachrichten: Norwegen hat seine Pläne für Tiefseebergbau erneut auf Eis gelegt. Das neue Parlament hat die dafür vorgesehen Gelder gestrichen und wird für die nächsten 4 Jahre weder Explorations- noch Abbaulinzenzen vergeben.
Einige Unternehmen haben bereits ihren Rückzug aus Norwegen angekündigt.

Sonne und Wind liefern mehr Energie als Kohle
2025 haben Sonne und Wind weltweit erstmals mehr Energie geliefert als Kohle. Da die Preise für erneuerbare Energien drastisch gesunken sind, sind Wind- und Solarenergie in vielen Regionen der Welt zudem die günstigste Energiequelle.
Das Wissenschaftsmagazin „Science“ hat dies sogar zum „Durchbruch des Jahres 2025“ gekürt. Das Wachstum der Erneuerbaren Energien lässt sich nicht mehr aufhalten. Chefredakteur Thorp ergänzt sogar, dass der „Punkt, an dem die weltweiten Emissionen aus fossilen Brennstoffen ihren Höchststand erreichen und anschließend zu sinken beginnen, sehr nahe gekommen“ sei. Er geht davon aus, dass dieser Meilenstein nur noch wenige Jahre entfernt sei.

Autofreie Zonen in Paris
Seit 2002 ist der Autoverkehr in Paris um rund 50% gesunken, so dass die Stadt mittlerweile als Vorbild für grüne Mobilität gilt. Bisher gibt es rund 200 (von gut 6000) Straßen, die für den Autoverkehr gesperrt wurden. Im Frühling 2025 haben die Pariser:innen entschieden, dass 500 weitere Straßen hinzukommen sollen.
Greenwashing wird teuer
„Klimaneutral“ oder sogar „klimapositiv“? Wer mit Aussagen zu Klima, Umwelt oder Nachhaltigkeit wirbt, muss das nun auch beweisen können – wenn nicht, wird es richtig teuer für das Unternehmen. Es drohen Abmahnung und sogar Schadenersatz. Das hat der Bundestag beschlossen und einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet. In Kraft treten soll es im Herbst 2026.
Auch Siegel dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie von staatlichen Stellen genehmigt wurden oder auf einem anerkannten Zertifizierungssystem beruhen. Schluss also mit selbstgebastelten, irreführenden Siegeln.
Das schützt nicht nur Verbraucher:innen vor falschen Versprechen, sondern ist auch gut für Unternehmen, die tatsächlich klima- oder umweltfreundlich produzieren.

Klimaschutz ist Menschenrecht
Das wohl bemerkenswerteste Urteil in Sachen Klimaschutz kam 2025 vom Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag: Im Juli kam der IGH zu dem Schluss, dass Staaten zu möglichst ehrgeizigem Klimaschutz verpflichtet sind. Das 1,5°C-Ziel aus Paris wird als völkerrechtlich bindend eingestuft und das Recht auf saubere, gesunde Umwelt als Menschenrecht anerkannt.
Auch Staaten, die nicht (mehr) Vertragsparteien des Pariser Abkommens sind, sind völkerrechtlich zu Klimaschutz verpflichtet. Eine Verletzung dieser Pflichten kann sogar zur Haftung von Staaten führen. Eine klare Vorgabe an die Staaten, sich beim Klimaschutz mehr anzustrengen – und ein historischer Meilenstein, denn zum ersten mal in der Geschichte hat das höchste Gericht der Welt festgelegt, dass die Länder etwas tun müssen, um der Klimakrise entgegen zu treten.
… und in Deutschland?
Auch in Deutschland kam es zu Gerichtsurteilen, die Gutes für die Natur und/oder das Klima bedeuten.
Z.B. wurde nach einer Klage des BUND und NABU Hamburg vor dem Bundesverwaltungsgericht der Autobahnausbau A26 Ost gestoppt. Das erste Urteil in Deutschland zu einem Straßenbauprojekt, bei dem Klimaschutz eine zentrale Rolle spielte! 150 Hektar Moor, Torf- und Biotopflächen und über 750 Bäume konnten dadurch geschützt werden.
Zudem wurde die im Herbst 2024 beim Bundesverfassungsgericht von über 54.500 Menschen eingereichte Zukunftsklage angenommen und die Bundesregierung 2025 um Stellungnahme gebeten. Das Anliegen ist auf höchster politischer Ebene angekommen.

Erfolg gegen Einwegplastik
Gleich im Januar 2025 hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass die Verpackungssteuer, die Tübingen seit 2022 erhebt, rechtens ist. Die Klage der Fast-Food-Kette Mc Donald’s wurde abgewiesen. Ein starkes Signal für umweltfreundliche Lösungen und gegen die Vermüllung unserer Städte.
Städte und Gemeinden haben nun Rechtssicherheit, wenn sie eine Verpackungssteuer einführen wollen. Und manche haben bereits nachgezogen: Im Jahr 2025 kam Konstanz dazu, ab dem 1.1.2026 gibt es auch in Freiburg eine Verpackungssteuer.

Fazit
Auch 2025 hat sich wieder gezeigt: Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, gibt es an vielen Stellen durchaus Fortschritte und gute Entwicklungen.
Sehr oft haben aktive Menschen aus der Zivilgesellschaft, Aktivist:innen diverser Gruppen und NGOs dazu beigetragen, dass es voran geht. Sie sind aktiv geworden und haben Druck gemacht, wo Politiker:innen gezögert haben oder lieber Rückschritte wollten.
Deshalb an dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an alle, die in irgendeiner Form aktiv waren, bei Protesten und Kundgebungen, bei Märschen und Sit Ins, bei Kunstaktionen und anderen kreativen Formen, bei Menschenketten, dem Installieren von Erneuerbaren Energien oder Naturschutzeinsätzen, bei Petitionen, am Telefon, per Mail oder als Spender:innen. Es ist der Einsatz vieler Menschen, der immer wieder für positive Nachrichten sorgt, der Glaube an und die Hoffnung für eine bessere Welt.
Quellen
Utopia/dpa: „Durchbruch des Jahres“ gekürt: Dieser globale Meilenstein wurde erreicht“, vom 19.12.2025, unter https://utopia.de/news/durchbruch-des-jahres-gekuert-dieser-globale-meilenstein-wurde-erreicht_888022/ (Zugriff am 24.1.2026)
Utopia/dpa: „Bundestag beschließt „Anti-Greenwashing-Gesetz“: Was sich ändern soll“, vom 19.12.2025, unter https://utopia.de/news/bundestag-beschliesst-anti-greenwashing-gesetz-was-sich-aendern-soll_888136/ (Zugriff am 24.1.2026)
Utopia/dpa: „Umwelt und Klima am Ende? 6 Nachrichten, die Hoffnung machen“, vom 16.12.2025, unter https://utopia.de/news/umwelt-und-klima-am-ende-6-nachrichten-die-hoffnung-machen_886423/ (Zugriff am 24.1.2026)
Newsletter Greenpeace Deutschland e.V. vom 11.12.2025
Newsletter BUND Deutschland vom 17.10.2025
Newsletter Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) vom 24.1.2025
Newsletter Greenpeace Deutschland e.V. an die Zukunftskläger:innen vom 1.8.2025
BUND Deutschland e.V.: „Autobahn-Bau A26: Klage gegen A26 des BUND Hamburg erfolgreich“, vom 8.10.2025, unter https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/autobahn-bau-a26-klage-gegen-a26-des-bund-hamburg-erfolgreich/ (Zugriff am 24.1.2026)
Bündnis Exit Plastik: „Tübinger Verpackungssteuer verfassungsrechtlich bestätigt“, unter https://exit-plastik.de/tubinger-verpackungssteuer-bestatigt/ (Zugriff am 25.1.2026)
Germanwatch e.V.: „Zukunftsklage“, unter https://www.germanwatch.org/de/zukunftsklage (Zugriff am 25.1.2026)






